Grüne Branche

Ergebnisse der TASPO-Umfrage zur Herbstsaison 2011 in Baumschulen

Ergebnis der TASPO-Umfrage zum abgelaufenen Herbstgeschäft in verschiedenen Landesverbänden des Bundes deutscher Baumschulen: Ein sonniger, trockener Herbst und ein zunächst milder Winter, das waren die Zutaten für einen erfolgreichen Herbstversand 2011, was für gute Stimmung in deutschen Baumschulen sorgte. Und sie hält an, sind doch die Aussichten für einen rasanten Start 2012 überaus positiv, die Auftragslage erfreulich, Reservierungen ordentlich vorhanden. 

Transportgerecht verpackte Obstgehölze vor dem Versand. Foto: Gabriele Friedrich

Diesmal haben sich die folgenden acht Landesverbände beteiligt: Weser-Ems, Schleswig-Holstein, Westfalen-Lippe, Rheinland, Hessen, Hamburg, Hannover und Württemberg.

Vor allem der gute Absatz ragte diesmal heraus, gerade auch mit Blick auf die vergangenen zwei verschneiten Saisons. So wie in Weser-Ems, wo ein „guter Absatz, aber Preisdruck selbst bei knappen Artikeln“ beklagt wurde. Genau wie der Landesverband Schleswig-Holstein, der einen „guten Abfluss über alle Sortimentsbereiche“ erwähnt.

Westfalen-Lippe schränkt ein, dass ab Dezember der Absatz wieder rückläufig war, da der GaLaBau witterungsbedingt Aufträge schnell abarbeiten konnte. „Sehr erfreulich“, urteilt das Rheinland, da ab Dezember jeglicher Umsatz „on top“ zusätzlich hinzu kam.

An sich gut mit einem „sehr mäßigen Endverkauf“ aber „steigenden Dienstleistungen“ lautet die Gesamtbewertung in Hessen. „Nachfrage ok, Preise stark unter Druck“, meint Hamburg. Und Hannover sieht einen „guten Herbstversand bei besten Arbeitsbedingungen für Menschen, Boden und Maschinen“. „Der Herbstverkauf konnte den schlechten Juni/Juli ausgleichen“, heißt es aus Württemberg.

Dann kommt in der Beurteilung des Mengengeschäftes nach Schulnoten durchweg ein „Gut“ bis „Befriedigend“ heraus. Schleswig-Holstein, Rheinland, Hamburg und Hannover vergeben eine 2, Weser-Ems und Westfalen- Lippe urteilen 2 bis 3, ebenso Württemberg, und Hessen vergibt eine 3.

Die Preissituation kommt natürlich schlechter weg, die Landesverbände verteilen Noten zwischen 2,5 wie das Rheinland und eine glatte 4 wie Hamburg. Mit einer 3 oder 3 bis 4 werten die übrigen Landesverbände. 

Preisniveau relativ stabil
Im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich keine großen Veränderungen, das Preisniveau rutschte anscheinend nicht weiter ab, ließ sich aber auch nicht weiter anheben. Weser-Ems sieht „kaum Veränderungen“, einen gewissen „Preisdruck bei einigen Artikeln“.

Auch Schleswig-Holstein meldet „keine generelle Veränderung“, und auch Westfalen-Lippe sieht „ein in etwa gleich bleibendes Niveau, das aber „zu niedrig“ ist. Auch aus dem Rheinland werden „kaum Veränderungen“ gemeldet, ebenso wie aus Hessen und Hamburg.

Doch ein kleiner Lichtblick kommt aus Hannover: Hier konnten im Obst- und Forstgehölzbereich fünf bis zehn Prozent höhere Preise erzielt werden. „Landschaftsgehölze und Bäume stehen aber weiter unter dem bekannten Ausschreibungsdruck“.

Und Württemberg meldet sogar: „Bei knappen Artikeln lassen sich höhere Preise durchsetzen als früher.“


Herbstversand deutlich positiv
Deutlich positiv fällt die Beschreibung der Besonderheiten in diesem Herbstversand 2011 vor allem gegenüber den vergangenen beiden Jahren auf. Den sehr langen Versandzeitraum aufgrund der günstigen Witterung hebt Weser-Ems hervor.

Eine „AAA-Auszeichnung“ vergibt Schleswig-Holstein für „die hervorragende Witterung“, die das „typisch traditionelle Holsteiner Sortiment“ beflügelt hat. Einen „guten Absatz an den GaLaBau, einen „sehr verhaltenen Privatverkauf“ und „beste Witterungsbedingungen ohne Versandunterbrechung“ urteilt Westfalen-Lippe.

Teilweise wird hier die Inkompetenz bei den ausschreibenden Stellen beklagt. Auf das „Super-Wetter“ verweist das Rheinland und daher auch auf „gut gelaunte, zufriedene GaLaBau-Kunden“. Aus Hessen wird eine steigende Nachfrage nach Solitärgehölzen vermeldet.

„Immer mehr Serviceleistungen und immer kurzfristiger die Nachfrage“, informiert Hamburg über Besonderheiten. „Super-Wetter“ mit hervorragenden Arbeitsbedingungen bescheinigt auch Hannover der Herbstsaison 2011. Aus Württemberg ist zu hören, dass „der Privatverkauf schwächer war, Dienstleistungen jedoch zunehmen“.

Die Aussichten für das Jahr 2012
Und die Aussichten? Hier ergibt sich ein Bild von einem ersprießlichen und fruchtbaren Jahr 2012. „Positiv mit guter Auftragslage und Reservierungen“, berichtet Weser-Ems. Ebenso sieht es Schleswig-Holstein, „vorausgesetzt, die Witterung ist entsprechend“.

„Verhalten positiv“ befindet Westfalen-Lippe über die Vorausschau aufs nächste Jahr. Im Rheinland herrscht Euphorie mit „prima Ausblick, überall gute Stimmung“, Grün sei in und zähle als Statussymbol. Auch Hessen sieht die nahe Zukunft „durchweg positiv“, Hamburg meint „gute Frühjahrsaussichten“ auszumachen, der Sommer sei jedoch noch nicht planbar.

„Verhalten optimistisch“ meint Hannover, „immer unter dem Vorbehalt der politischen Entwicklung und in Bezug auf den Euro“. Und ganz im Detail: „im Forstbereich gut“.

Mehr zur Herbstsaison in der aktuellen TASPO 1/12.

(Gabriele Friedrich)