Erhaltenswertes Grabdenkmal in Köln erhält neue Bepflanzung

Veröffentlichungsdatum: , Therese Backhaus-Cysyk

Das Lavendelbeet auf dem Kölner Melatenfriedhof mit vielen Insektennährpflanzen nach der Fertigstellung. Foto: Zach

Friedhöfe werden in vielen Städten als „grüne Lunge“ verstanden und als geeignete Orte gesehen, Projekte rund um den Natur- und Artenschutz weiter auszubauen. Die Stadt Köln will bis 2025 ganz unterschiedliche Maßnahmen durchsetzen. Zu einem der bereits umgesetzten Projekte des Zukunftskonzeptes „Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025“ gehört das Lavendelbeet auf dem Kölner Melatenfriedhof.

Komplettrodung begann im Februar 2019

Im Juni 2020 wurde an einem erhaltenswerten Grabdenkmal in zentraler Lage auf dem Kölner Melatenfriedhof ein Lavendelbeet angelegt. „Bis Anfang 2019 war das neu gestaltete Flurstück eine mit Juniperus chinensis bepflanzte Fläche, die mit Brombeeren, Holunder und Zaunwinden durchsetzt und verwildert war“, erinnert sich Jürgen Zach, Friedhofsgärtnermeister auf dem Friedhof Melaten. „Die Komplettrodung begann im Februar 2019 mit anschließender Rasenaussaat im März/April 2019.“ Ende Juni 2020 wurde dann das zukünftige Lavendelbeet mit Beton-Pflaster 24 x 16 x 14 Zentimeter eingefasst. „Als Sichtelement für den Winter haben wir im mittleren Bereich zwei Findlinge eingearbeitet.“

Pflanzen spenden Nahrung für Insekten und Vögel

Insbesondere die Chinaschilfpflanzen, unmittelbar am Denkmal, werden mit ihrer in den nächsten Jahren zunehmenden Wuchshöhe neben dem dominierenden Lavendel dem Beet eine besondere Charakteristik verleihen. Neben Lavendel dienen über den Sommer Rosen, Ziersalbei, Katzenminze und Storchschnabel als Insektennährpflanzen. Im Spätsommer und Herbst spenden die hohe Fette Henne, Sonnenhut und die Kissen-Aster Nahrung für Insekten. „Hingegen werden die Samenstände des Sonnenhutes im Winter von den Vögeln gefressen“, zeigt Zach auf.

Bänke am Beetrand nicht nur von Friedhofsbesuchern genutzt

Mit dem anschließend aufgebrachten Mulch wollen die Kölner Friedhofsgärtner das Beet längerfristig unkrautfrei halten. Zudem kann so die Wasserverdunstung reduziert werden. Insgesamt wurden auf dem neun mal sechs Meter großen Beet 330 Pflanzen verwendet. „Als Sitzmöglichkeit dienen am Beetrand aufgestellte anthrazitfarbene Gitterbänke, die nicht nur von Friedhofsbesuchern besetzt werden, sondern auch von Berufstätigen aus der Umgebung zum Verweilen in der Mittagspause genutzt werden“, beobachtet Zach.

Zu den weiteren Projekten des Zukunftskonzeptes „Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025“ gehören die Umsiedlung des Gartenschläfers auf dem Westfriedhof und der Wildobsthain auf dem Friedhof Kalk.