Grüne Branche

Erica gracilis: Was hilft gegen „grüne Schwänzchen“?

Um Abhilfe gegen unerwünschtes Durchtreiben von Erica gracilis nach der Blüteninduktion zu schaffen, probierte Dr. Elke Ueber an der Lehr- und Versuchsanstalt Bad Zwischenahn verschiedene Hemmstoffvarianten aus. Sie stellte die Ergebnisse auf der Azerca-Tagung in Bad Zwischenahn vor.

Die „grünen Schwänzchen“ treten vor allem bei zu hohem Stickstoffanteil auf, beispielsweise bei Überdüngung oder durch ständige N-Nachlieferung aus dem Boden bei eingesenkten Pflanzen. Deshalb düngte Ueber einige Versuchsglieder „normal“: 0,1 Prozent Flory 3M und Flory 1, Flory 3 0,1 Prozent, und andere mit hohem Stickstoffanteil: zusätzlich neunmal Ammoniumnitrat 0,1 Prozent (340 Milligramm Stickstoff je Liter Gießwasser) von Mitte Juni bis Mitte August wöchentlich. Die Versuchssorte ‘Glaser‘s Rote’ behandelte sie mit den Hemmstoffvarianten CCC 720 0,15 Prozent, CCC 720 0,3 Prozent, CCC 0,15 Prozent + Caramba 0,1 Prozent, Caramba 0,1 Prozent, Caramba 0,2 Prozent und Bonzi 0,1 Prozent. Es bestätigte sich die Aussage, dass das Längenwachstum bei erhöhter Stickstoff-Düngung zunahm, die Trockenmasse der Pflanze enthielt höhere N-Gehalte. Aber in diesem Versuch bildeten sich keine „grünen Schwänzchen“ aus, was Ueber einerseits darauf zurückführt, dass die Pflanzen auf Mypexfolie standen, der Nachschub aus dem Unterboden also nicht so groß war, und andererseits hat es während des Versuchs öfter heftig geregnet, so dass es möglicherweise zu Auswaschungsverlusten kam. Trotzdem kann sie die Aussage treffen, dass alle Hemmstoffbehandlungen den Pflanzendurchmesser und die Trieblänge beeinflussten und eine erhöhte N-Düngung den Blühtermin um neun Tage nach hinten verschob. Den stärksten Hemmeffekt zeigte CCC. Der Einsatz von Bonzi verzögerte den Blühbeginn um vier bis fünf Tage.