Grüne Branche

Eriken und Callunen: Inlandsnachfrage stagniert, das Export-Geschäft blüht

Eine relativ klare Zweiteilung in der Beurteilung des diesjährigen Eriken- und Callunen-Geschäftes nehmen in einer aktuellen Umfrage der TASPO Berater und Vermarkter vor. So zeigt sich ein Großteil der Produzenten durchaus zufrieden mit dem aktuellen Saisonverlauf. Eine weitere Anzahl an Betrieben musste Preiseinbußen, speziell bei den Callunen, hinnehmen.

Während die Saison der Herbstblüher im Exportgeschäft gut startete – bereits ab August lief der Übergang von den Sommer- zu den Herbstsortimenten nahezu reibungslos – gestalteten sich die Geschäftsverläufe für Eriken und Callunen 2012 im Inland (mit regionalen Unterschieden) im Schnitt eher zähflüssig.

Geschuldet war dies einerseits den günstigen klimatischen Bedingungen für das Wachstum der klassischen Beet- und Balkonpflanzen, die vielerorts noch im Oktober ein gutes Bild abgaben. Andererseits zeigten sich nach Information von Uwe Klemens, Berater der Regionalgruppe Azerca-West, im Bereich des Friedhofsgartenbaus Tendenzen eines rückläufigen Bedarfs an Eriken und Callunen. Die Entwicklung, die in den vergangen Jahren in Norddeutschland ihren Anfang nahm, scheint sich nun auch auf die Mitte und den Süden des Landes auszudehnen.

Eine weitere Besonderheit der diesjährigen Saison war der abrupte Einbruch der Nachfrage Ende Oktober. Er betraf sowohl den Inlands- als auch den Auslandsmarkt. Im Ergebnis verkürzte sich der Saisonverlauf vergleichsweise um etwa drei Wochen. Der reduzierte Verkaufszeitraum glich die in diesem Jahr im Vergleich zu 2011 etwas besseren Preise für Callunen wieder aus, sodass sich die Betriebsergebnisse nach Einschätzung von Klemens durchschnittlich auf dem Vorjahresniveau bewegen dürften.

Welche Preise insbesondere für die Knospenblüher als saisonalem Hauptprodukt erzielt werden konnten, hing unter anderem nach Einschätzung von Ann Elbers (Eurofleurs) und Michael Bongers, Geschäftsführer der Gasa Germany, von der gebotenen Güte der Ware ab. Qualitativ hochwertige Pflanzen, Callunen in Ziertöpfen sowie Farbmischungen als „Twin“, „Trio“ oder „Quattro“ offeriert, konnten in den gebotenen Mengen zu guten Preisen abverkauft werden.

Etwas problematisch stellt sich aus Sicht der Praxis dennoch die rasant ansteigende Produktionsmenge bei den Callunen dar. Speziell am Niederrhein flossen in den letzten Jahren erhebliche Investitionen in den Ausbau und die Erweiterung von Kulturflächen. Die ansteigenden Mengen führen temporär bereits zu Überangeboten (2012 etwa ab 10. Oktober) und damit einhergehendem Preisverfall. Aktuell lagerten einige Produzenten daher ihre Bestände in Kühlhäuser ein. Verlierer in einem solchen Szenario ist nach Auskunft der Beratung vor allem kleinere Ware im 11er- oder 10,5er-Topf.

Weitere Ergebnisse der Umfrage finden Sie auf Seite 16 der aktuellen TASPO Ausgabe 48/2012. (ks)