Grüne Branche

Erinnerungskultur (er)leben

Die Gärten der Erinnerung gehören zu den Besuchermagneten im Feldpark der Landesgartenschau Norderstedt. Neben Mustergräbern und Grabmalen, die die Gestaltung der letzten Ruhestätte im Christentum zeigen, widmet sich der Ausstellungsbereich auch den vieranderen Weltreligionen und thematisiert Bestattungs- und Erinnerungskultur imIslam, Judentum, Hinduismus und Buddhismus. Am 4. September 2011 ladenFriedhofsgärtner, Steinmetzen und Floristen zwei Wochen vor der bundesweitenAktion zu einem Tag des Friedhofs auf die Gartenschau ein.

„Formen, Farben, Vielfalt – Es lebe der Friedhof“ – so lautet das diesjährige Motto des Tags des Friedhofs, der am 17. und 18. September stattfindet. Seit 2001 wird dieser Tag jedes Jahr am dritten Wochenende im September bundesweit begangen. Auf und rund um Friedhöfe und Orte der Erinnerung an die Toten finden Veranstaltungen, Führungen und Aktionen statt. Von Friedhofsgärtnern, Steinmetzen, Floristen, Friedhofsverwaltungen und Religionsgemeinschaften initiiert, möchte der Tag auf die Bedeutung des Friedhofs als Ort der Trauer und des Gedenkens, aber ebenso als Begegnungsstätte der Lebenden aufmerksam machen und zeigen, wie facettenreich und außergewöhnlich Friedhöfe heutzutage sind.

Formen, Farben, Vielfalt – dies findet sich auch in besonderer Weise in den Gärten der Erinnerung auf der Landesgartenschau. Die rund 30 Reihen- und Urnengräber sowie der so genannte Memoriam-Garten geben einen abwechslungsreichen Überblick über heutige Grabgestaltung. Die teilweise aufwändig bearbeiteten Natursteine – von Graniten über Kalkstein bis hin zu Quarzit und Basalt – zeigen dieBandbreite der Gestaltung von Grabsteinen. Die Bepflanzung der Mustergräber macht deutlich, wie vielfältig die Gestaltung der letzten Ruhestätte sein kann. Der Memoriam-Garten entspricht dem Wunsch vieler Menschen nach einer Ruhestätte, die keine aufwändige und kostenintensive Betreuung nach sich zieht. Hier wird lediglich der Grabstein individuell angefertigt, die Gestaltung und Pflege der gesamten Anlage vonFriedhofsgärtnern übernommen. Am 4. September wird der christliche Ausstellungsgarten in den Gärten der Erinnerung Ausgangs- und Mittelpunkt der Aktivitäten und Aktionen zum Tag des Friedhofs sein.

Von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr zeigen Steinmetze aus Schleswig-Holstein und Hamburg ihre Arbeit und lassen sich von den Besucherinnen und Besuchern über die Schulter schauen. Wer etwas Zeit mitbringt, kann zusehen, wie sie mit Hammer und Meißel aus dem unbehauenen Stein Skulpturen und Ornamente formen. Bei der Umpflanzung einzelner Mustergräber sind die Friedhofsgärtner in ihrem Element. Nicht nur solides Handwerk, sondern eine Menge Kreativität und Liebe zum Detail bis hin zum Perfektionismus sind gefordert, um Gräber zu bepflanzen, wie sie in den Gärten der Erinnerung zu sehen sind. Interessierte können sich hier viele Anregungenund Ideen holen. Schließlich darf auch Gedenktags- und Trauerfloristik an einem solchen Tag nicht fehlen und so lassen die Floristen des Fachverbands Deutscher Floristen die Zuschauer staunen. In den Gärten der Erinnerung werden unter der Moderation der renommierten Floristin Anna Lindner Werkstücke gearbeitet, besprochen und ausgestellt.

Auch im Himmelszelt, der Kirche in der Gartenschau, wird am Tag des Friedhofs Programm geboten. Zum Auftakt findet um 11.30 Uhr ein Einzug mit Musik vom Haupteingang zur ersten Andacht im Himmelszelt statt. Um 12.00 Uhr, 15.00 Uhr und 17.00 Uhr lädt Gartenschau-Pastor Gunnar Urbach zur Andacht in die großetransparente Kuppel. Wer selbst aktiv werden möchte, kann an der 65 Meter langen Girlande aus Geißblatt (Lonicera) zwischen den Gärten der Erinnerung und dem Himmelszelt mitflechten oder einen Luftballon mit einem „Gruß nach oben“ in denHimmel schicken.

Allgemeine und detaillierte Informationen zum bundesweiten Tag des Friedhofs erhalten Interessierte im Internet unter www.tag-des-friedhofs.de.

 

 

 

 

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