Grüne Branche

Erlebnisgärtnerei Beine: Bullerbü für Erwachsene

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Die Grüne Branche ist im Umbruch: Viele Betriebe müssen schließen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können oder keinen Firmennachfolger finden. Aber es gibt auch Unternehmen, die zuversichtlich in die Zukunft blicken und mindestens ein Alleinstellungsmerkmal haben, das sie „angenehm anders als alle anderen“ macht. So wie die Erlebnisgärtnerei Beine in Salzkotten.

Geschäftsführer Andreas Beine inmitten des Lavendelfelds der Erlebnisgärtnerei. Foto: Beine

Markt hat sich verändert

„Uns gibt es überhaupt bloß durch die Spezialisierung und das Alleinstellungsmerkmal Lavendel“, sagt Andreas Beine. Der „normale“ Verkauf, gerade auf dem Lande, sei seit den 70ern drastisch geschrumpft, hat der Geschäftsführer der Erlebnisgärtnerei beobachtet. „So wie ich das von früher kenne – 15.000 bis 20.000 Geranium verkaufen – das gibt es heute nicht mehr.“

In Beines Jugend gab es im Umkreis von 20 Kilometern noch zehn bis 15 Gärtnereien, heute ist sein Betrieb die einzige. „Das ist mir vor ein paar Wochen so richtig bewusst geworden, als ein junger Mann anfragte, ob er zum Gärtner ausgebildet werden kann. Ich konnte ihm nicht einmal einen Tipp geben, wo im Umkreis er sich bewerben soll“, sagt Beine.

Musik und Picknick im Lavendel

15 bis 18 verschiedene Lavendel-Sorten hat die Erlebnisgärtnerei Beine im Verkauf, insgesamt fast 60 Sorten. Die Kunden kommen dem Betriebsinhaber zufolge von weit her gezielt nach Salzkotten und zum Lavendel. Über den Preis werde nie diskutiert. „Es geht nur um die Qualität und unsere Kompetenz“, so Beine.

Aber auch die Event-Location wird immer wichtiger, gerade, wenn das Lavendelfeld „schön zugewachsen ist“, wie Beine sagt. Auf dem Höhepunkt der Lavendelblüte hatte die Erlebnisgärtnerei zum Lavendel-Picknick eingeladen, weit über 100 Kunden kamen. Am folgenden Tag fand sogar eine Hochzeit im Lavendelfeld statt, und am nächsten Tag gab Nick Howard, der 2012 die Castingshow „The Voice of Germany“ gewonnen hatte, ein Konzert in Beines Lavendelfeld.

Lavendel-Destille gekauft

„Man muss sich immer wieder Neues einfallen lassen. Aber dafür stehen wir auch. Wir sind eben keine ‚normale‘ Gärtnerei, wir sind schon ein wenig abgedreht. So eine Art Bullerbü für Erwachsene“, erklärt Andreas Beine lachend.

Im letzten Jahr hatte die Erlebnisgärtnerei eine Neuanschaffung der etwas anderen Art: „Wir haben eine Destille gekauft, um Lavendel zu destillieren. Wir verkaufen ja auch sonst alles rund um den Lavendel: Lavendel-Bündel, Duftsäckchen, seit der Destille eben auch Hydrolat – das ist das durch Wasserdampfdestillation gewonnene Lavendel-Wasser“, erklärt Beine. Sein Betrieb produziert sogar Öl – „aber nur sehr wenig, eher als kleines Bonbon“, so Beine.

Erlebnisgärtnerei will expandieren

Eine der nächsten Anschaffungen der Erlebnisgärtnerei Beine wird wohl eine größere Destille sein. „Die mobile Destille, die wir zurzeit einsetzen, ist jetzt schon zu klein“, sagt der Geschäftsführer. Außerdem will das Unternehmen noch in diesem Jahr Land kaufen und in der Fläche expandieren. „Denn unsere Idee mit dem Lavendelfeld schlägt so unglaublich gut ein, dass wir das Feld vergrößern und ein 5.000 Quadratmeter großes Nachbarfeld dazukaufen wollen. Der Kauf des Landes ist noch nicht perfekt, aber wir sind dran.“

Mehr Beispiele von Unternehmen, die entspannt in die Zukunft blicken und investitionsfreudig sind, finden Sie in der TASPO 32/2018, die am 10. August erschienen ist.