Erste Absolventen nach neuer Verordnung

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Glückliche Absolventen der neuen Prüfung für die „Fachagrarwirt/in in Baumpflege – Bachelor Professional Baumpflege“. Foto: Matthias Hossner/ LWG Veitshöchheim

An der Staatlichen Meister- und Technikerschule der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim wurden die ersten Prüfungen nach neuer Verordnung zum „Geprüften Fachagrarwirt Baumpflege – Bachelor Professional Baumpflege“ abgenommen.

Großteil männlich zwischen 30 und 40

Zulassungsvoraussetzung der seit dem 1. Januar 2021 geltenden neuen Verordnung der Fachagrarwirtsprüfung ist, dass die Prüflinge eine Ausbildung als Gärtner:in, Forstwirt:in oder Landwirt:in erfolgreich abgeschlossen haben. Bei Quereinsteigern wird eine Berufserfahrung in der Baumpflege von mindestens 5 Jahren oder nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung in einem anderen Beruf mit mindestens 3 Jahren Berufspraxis in der Baumpflege vorausgesetzt. Das sieht die novellierte Prüfungsverordnung vor. Bei den aktuellen Prüflingen war der Großteil männlich und zwischen 30 und 40 Jahren als und hatten zur Vorbereitung Kurse bei einer der privatwirtschaftlich organisierten Schulen belegt, um fit für die Anforderungen des neuen Prüfungsverfahrens gemacht zu werden.

Herausforderung Klimawandel soll stärker einbezogen werden

Mit ihren nun erworbenen Abschlüssen haben die Teilnehmer ihre Qualifikationen für Fach- und Führungspositionen in Unternehmen, Behörden und Einrichtungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege erworben. Nach neuer Verordnung befinde sich die Prüfung auf der 2. Fortbildungsstufe der höherqualifizierten Berufsbildung (DQR-Kompetenzniveau 6) und erfordere daher ein höheres Lernpensum. Ziel der neuen Prüfungsverordnung ist es, die durch den Klimawandel bedingten Herausforderungen wie vegetationstechnische Hilfs- und Schutzmaßnahmen von Bäumen noch stärker einzubeziehen und die aktuell geltenden technischen, arbeitsrechtlichen und bildungspolitischen Faktoren zu berücksichtigen.

Hohes Lernpensum und Zeitaufwand

Im Rahmen ihrer Prüfungen hatten die Absolventen ein halbes Jahr Zeit, ein selbst gewähltes „Arbeitsprojekt“ in der Baumpflege zu planen, umzusetzen, zu bewerten und schriftlich zu dokumentieren. Im mündlichen Teil der Prüfung wurde dieses Projekt dann nochmals reflektiert. Darüber hinaus standen betriebswirtschaftliche Kenntnisse auf dem Lehr- und Prüfungsplan. Hier wurde verstärkt darauf geachtet, dass die Prüflinge in der Lage sind, ihre Kenntnisse anhand von Fallstudien in die Praxis umzusetzen. In einem weiteren Teil wurde den angehenden Führungskräften der Teil „Mitarbeiterführung und Personalmanagement“ abgefragt. Prüfungsbester wurde Oliver Richter, als Zweitbester schnitt ein 57-jähriger Teilnehmer ab. „Der Lernaufwand ist aber groß und man muss genug Zeit für das Arbeitsprojekt einplanen“, sagt Cathleen Cordes, als einzige weibliche Teilnehmerin rückblickend. Trotzdem verzeichnet die LWG als derzeit einzige zuständige Prüfstelle in Bayern eine hohe Nachfrage, auch aus anderen Bundesländern.