Grüne Branche

Erste Erdbeeren aus heimischem Anbau auf dem Markt

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Früher als gewöhnlich ist in diesem Jahr die Saison für Erdbeeren aus deutschem Anbau gestartet. Bereits zu Ostern waren die ersten heimischen, im Unterglasanbau erzeugten Früchte auf dem Markt. Mit ersten Erdbeeren aus dem Freiland rechnen die Erzeuger bereits ab Kalenderwoche 19 – zumindest im Süden der Bundesrepublik.

Die ersten frischen Erdbeeren aus deutschem Anbau waren in diesem Jahr bereits im April im Angebot. Foto: Landgard

‘Clery’ eine der besten frühen Erdbeersorten

„Im Mai haben wir mit dem Erntebeginn im Freiland unsere Erdbeeren-Hauptsaison. In Nord-, Mittel- und Südbaden werden dann täglich bis zu 100.000 Steigen mit jeweils fünf Kilogramm Erdbeeren geerntet und verkauft“, erklärt Marcelino Expósito, Geschäftsführer der OGM Obstgroßmarkt Mittelbaden eG.

Los geht es mit der Erdbeerernte in Baden allerdings bereits in der zweiten Aprilhälfte – mildes Klima, viele Sonnenstunden und geschützter Anbau machen es möglich. Außerdem komme es auf die Wahl der „besten frühen Sorten“ an, wie Expósito betont. „‘Clery’ erfüllt dieses Kriterium in besonderem Maße“, so der Geschäftsführer der Genossenschaft.

Frische Tunnelware bereits kurz nach Ostern

Das bestätigt auch Labinot Elshani, Generalbevollmächtigter Obst & Gemüse der Landgard eG, demzufolge die Erzeugergenossenschaft vom Niederrhein „bereits kurz nach Ostern – und damit einige Tage früher als im Vorjahr“ die erste frische Tunnelware aus dem Süden und Osten Deutschlands anbieten kann.

„Dabei handelt es sich vor allem um die Sorte ‘Clery’, die aufgrund ihrer guten Kältetoleranz früher als andere gängige Erdbeersorten reift und zugleich durch ihren fruchtig-süßen und sehr aromatischen Geschmack überzeugt“, erklärt Elshani. Die ersten ‘Clery’-Erdbeeren aus dem Freiland kommen voraussichtlich im Mai auf den Markt, schätzt der Generalbevollmächtigte Obst & Gemüse von Landgard.

Erste heimische Freiland-Erdbeeren ab Mai

Voraussichtlich ab KW 19 können demnach die süddeutschen Mitgliedsbetriebe der Erzeugergenossenschaft frische Freilandfrüchte liefern, ab Ende Mai sollen auch die Erdbeer-Produzenten im Rheinland folgen – sofern das Wetter mitspielt. Ebenso ist laut Landgard im Osten der Republik „im Mai mit den ersten Feldfrüchten der Sorte ‘Clery’ zu rechnen, Anfang Juni folgen die Sorten ‘Alba’ und ‘Asia’. Im Münsterland beginnt die Freilandernte dann voraussichtlich gegen Mitte Juni.“

Um über die ganze Saison hinweg zuverlässig Erdbeeren aus regionaler Erzeugung anbieten zu können, setzen nicht nur immer mehr Landgard Mitglieder auf geschützten Anbau. Laut der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) ist die entsprechende Anbaufläche von 963 Hektar (2018) auf derzeit 1.239 Hektar gestiegen.

Freilandanbau: Fläche sinkt, Erntemenge steigt

Leicht gesunken ist dagegen die Freilandfläche: Wurden 2017 noch auf fast 13.000 Hektar Erdbeeren im Freien angebaut, waren es 2018 nur noch 12.500 Hektar. Das hat laut BVEO auch Auswirkungen auf die Erntemengen. So kamen im vergangenen Jahr rund 23.000 Tonnen der heimischen Früchte aus geschütztem Anbau (2017: 19.500 Tonnen), im Freiland wurden im vergangenen Jahr 119.000 Tonnen Erdbeeren geerntet (2017: 116.000 Tonnen).