Grüne Branche

Erste Grabstätte für Bremer Obdachlose

Ursprünglich kommt die Idee aus Berlin, wo 2002 in Kreuzberg ein Grab für Mittellose angelegt wurde. Die Innere Mission will nun Bremens erste Grabstätte für Obdachlose schaffen, informiert bild.de. Das 16 Quadratmeter große Wiesenstück auf dem Waller Friedhof hat Platz für 96 Urnen. Ein Pastor kümmert sich um ein angemessenes Begräbnis.

Umringt von Sandsteinen, wird das Grabfeld von einem alten Familiengrabstein gekrönt. Hier soll künftig ein individuelles Namensschild an jeden verstobenen Obdachlose erinnern, so dass Freunde die Grabstätte wiederfinden können.
Der freischaffende Künstler Jub Mönster hat ein Bild gestaltet, das künftig die Mitte den alten Familiengrabsteins ziert. Das farbenfrohe Motiv: Ein mit Plastiktüten vollgehängter Kinderwagen, „weil diese Menschen die Paradiesvögel unserer Gesellschaft sind. Und ich wünsche mir, dass hier immer knallbunte Blumen stehen, die es so kein zweites Mal auf diesem Friedhof gibt“, so Mönster.
„Schön, dass auch für uns was gemacht wird. Auf dem Amt sind wir alle nur eine Nummer“, lautete der Kommentar eines Obdachlosen dazu. Schon in diesem Jahr sollen die ersten Beisetzungen stattfinden. Weitere Beispiele für würdevolle und individuelle Grabgestaltungen auch für Mittellose finden sich in der November-Ausgabe der Friedhofskultur auf Seite 21 und 22.