Grüne Branche

Erster Kongress „Zukunft Garten“: Initiative für größere Pflanzenvielfalt

Auf ein gemeinsames Vorgehen setzt die Deutsche Gartenbau Gesellschaft (DGG) 1822 bei ihrer Initiative: mehr Pflanzenvielfalt in Deutschlands Gärten. „Wir suchen die Zusammenarbeit mit dem Profigartenbau“, sagte ihr Präsident Karl Zwermann auf dem „Zukunft Garten“ Kongress in Koblenz gegenüber der TASPO. Erstmalig fand ein solcher Kongress statt.

Karl Zwermann berichtet über den Erhalt der biologischen Vielfalt im Interview mit dem SWR-Fernsehen.

aus dem Freizeitgartenbau in Form von Vorträgen und Workshops die Frage, wie es mit dem Garten weitergeht. Dass der Garten bei den Bundesbürgern noch eine größere Bedeutung erlangt, scheint demnach unbestritten. Das Leben verlagert sich von drinnen nach draußen, machte Hans-Jürgen Herr (Vorsitzender Industrieverband Garten, IVG) deutlich. Die Menschen wollen im Garten den gleichen Komfort haben wie drinnen, weshalb das Thema Outdoorliving noch ein großes Potenzial in sich birgt. Die Frage, welche Pflanzen in den Garten hinein dürfen und welche nicht, ist dagegen weniger eindeutig. Sie entfachte am Ende des ersten Tages eine Diskussion unter dem Stichwort „heimisch“. Das in Fachkreisen erörterte Thema ist, wie aus den Diskussions-Beiträgen der Kongress-Teilnehmer deutlich wurde, auch im Freizeitgartenbau angekommen.

 


Wozu ein Zukunfts-Kongress?

Federführend für den Kongress ist das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und die DGG 1822. Karl Zwermann zu den Zielen des Kongresses: „Wir wollen wissen, wo stehen wir, und wie sieht die Zukunft des Gartens aus.“ Oberstes Ziel ist es laut Zwermann, die Jugend an die Natur heranzuführen, Wege zur Naturerziehung zu finden. Zudem richtet sich das DGG-Projekt: „Mehr Pflanzenvielfalt in die Gärten“ an die Öffentlichkeit, insbesondere an die 22,4 Millionen Hausbesitzer mit Garten, die es in Deutschland gibt. „Wir müssen in Deutschland die Artenvielfalt fördern und erhalten“, so Zwermann. Für das Projekt mehr Pflanzenvielfalt in Deutschlands Gärten hat Ministerin Ilse Aigner die Schirmherrschaft übernommen. Außerdem fördert laut Zwermann die Politik ein Projekt, bei dem ein Netzwerk Pflanzensammlungen aufgebaut wird.


Ansätze zur Zusammenarbeit

Ansätze zur Zusammenarbeit mit dem Profi-Gartenbau sieht Zwermann vor allem beim Thema „Wege zur Naturerziehung“. Erste Gespräche mit dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) seien dazu geführt worden. „Wenn wir gemeinsam Ziele verfolgen, die Jugend begeistern für die Natur, wäre das auch ein Stück weit Zukunftsarbeit für den Berufsstand, das Menschen später Gärtner werden oder in den Berufsstand gehen.“

Der Profi-Gartenbau sollte vertrauensvoll mit dem Freizeitgartenbau kooperieren, wünscht sich Zwermann. „Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, eine gemeinsame Aktion der „Kleinen Gärtner“ zu fahren, so wie es die Aktion der „Kleinen Köche“ auf der Buga gibt, wo Kinder mit Starköchen gemeinsam kochen. Beide, Profis und Freizeitgärtner, sollten von der Zusammenarbeit profitieren. „Schauen Sie das Projekt mehr Pflanzenvielfalt in Deutschland an – das dient jedem Gärtner!“ Wenn die Leute mehr Pflanzen in ihre Gärten holen, dann sei das eine langfristige Angelegenheit. Das projektbegleitende Buch „Natur sucht Garten“ sei ein für den Fachhandel nutzbares Instrument zur Kundeninformation.


Gemeinsam für mehr Vielfalt

Der nächste Schritt für eine Zusammenarbeit könnte laut Zwermann eine gemeinsame Werbeaktion sein. Mehr Pflanzenvielfalt in Deutschlands Gärten, das sei nicht nur etwas für Stauden oder Rosen, sondern gelte für alle Pflanzen, die die Menschen erfreuen. Die Themen für eine Zusammenarbeit reichten aber noch weiter. So sieht Zwermann auch einen Bedarf darin, Konzepte zu entwickeln für Gärten, beispielsweise für pflegeleichte Gärten.

Für den Profi-Gartenbau auf dem Kongress anwesend war der ZVG-Präsident Heinz Herker. Er sieht die Zusammenarbeit mit dem Hobby-Gartenbau als „wichtige Grundlage für unseren gemeinsamen Erfolg.“ Herker zum nächsten Schritt: „Wir wollen gemeinsame Dinge auf den Weg bringen.“ Zum Beispiel Kinderaktionen in Kindergärten, den Ausbau der Abenteuergärtnerei oder Schulgarten-Projekte.

Schnittstellen der Zusammenarbeit zwischen Profi- und Hobby-Gartenbau werden auch in der Aktion Entente Florale gesehen. Für den Schulgarten wurde auf dem „Zukunft Garten“ Kongress die Notwendigkeit einer Förderung bestätigt.

Was fehlt, ist eine konzertierte Aktion aller am Markt Beteiligten, die Pflanzenvielfalt in den Gärten und – als Voraussetzung dafür – im Handel zu verbessern.

(Renate Veth)