Grüne Branche

EU-Behörde warnt vor Risiken von Neonicotinoiden für Bienen

Seit Jahren werden Pflanzenschutzmittel aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide mit dem Massensterben von Bienen in Verbindung gebracht. Neue Erkenntnisse soll eine Studie liefern, die die EU-Kommission bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) in Auftrag gegeben hat. Auch wenn noch Daten fehlen, warnt die Efsa bereits jetzt vor den Risiken.

Nach ersten Ergebnissen ihrer Studie empfiehlt die Efsa, die Pflanzenschutzmittel Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nicht für Pflanzen einzusetzen, die für Bienen attraktiv sind. Drei Risikoquellen haben die Wissenschaftler ausgemacht: Bienen können durch Rückstände an Pollen und Nektar belastet werden, durch Staub beim Ausbringen von gebeiztem Saatgut oder beim Streuen von Granulat sowie durch die Aufnahme von Guttations-Flüssigkeit insbesondere von behandeltem Mais.

Für eine abschließende Beurteilung fehlen noch Daten, heißt es in einer Erklärung der EU-Behörde. Erst dann könnten verbindliche Aussagen zu Auswirkungen auf das Überleben und die Entwicklung von Bienenvölkern und Bienenlarven sowie zu verändertem Bienenverhalten gemacht werden. Es wird vermutet, dass die synthetischen Mittel den Orientierungssinn der Insekten stören und sie nicht mehr in ihre Bienenstöcke zurück finden.

Im Zierpflanzenbau komme vor allem das Präparat Confidor WG 70 mit dem Wirkstoff Imidacloprid zur Anwendung, sagt Wilfried Hennes, Sachbereichsleiter für Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. „Dieses Präparat besitzt eine breite Zulassung und wird gerne eingesetzt, weil es besonders bei Blattläusen gut wirksam ist“, so Hennes. Es wäre ein schwerer Verlust im Bereich des Zierpflanzenbaus, wenn darauf künftig verzichtet werden müsste. „Wobei die Bienenproblematik ja vor allem den Einsatz im Freiland betrifft.“

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