Grüne Branche

EU-Projekt erforscht Nutzungsmöglichkeiten von Hanf

Forscher aus elf europäischen Ländern und aus China wollen im vor kurzem gestarteten EU-Projekt MultiHemp die Nutzung der Faserpflanze Hanf voranbringen, meldet der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID). Neben Forschern sind auch Firmen aus der Hanfverarbeitung an dem Projekt beteiligt, das im Rahmen des siebten Rahmenprogramms (FP7) mit sechs Millionen Euro gefördert wird und auf viereinhalb Jahre ausgelegt ist. 

Eine Bioraffinerie für Hanf soll laut einem Bericht von Agra-Europe in Zukunft ermöglichen, den gesamten Rohstoff effizient zu verschiedenen Produkten wie Fasern, Öl, Baumaterialien, Feinchemikalien und Biokraftstoffen zu verarbeiten. Hanf sei als traditionelle, ertragreiche Kulturpflanze im vergangenen Jahrhundert fast vollständig von Baumwolle und Synthetikfasern verdrängt und deshalb züchterisch nicht weiterentwickelt worden, zitiert Agra-Europe die Forscher des Leibniz-Instituts für Agrartechnik in Potsdam. Sie sehen einige Vorteile von Hanf: Die Pflanzen benötigen weniger Wasser und Agrochemikalien als Baumwolle und liefern Fasern und Öl von höchster Qualität.

Im Rahmen von MultiHemp sollen neueste molekulargenetische Methoden zum Einsatz gelangen, um gezielt und schnell die Produktivität der Hanferzeugung und die Rohstoffqualität zu verbessern. Hinzu kommt die Entwicklung neuer Verfahren für Anbau, Ernte und Verarbeitung gemeinsam mit Industriepartnern. Auf Basis verbesserter Sorten sollen nachhaltige Produkte erzeugt werden. (lid)