Grüne Branche

EU setzt Hilfsgelder für Obst- und Gemüseproduzenten aus

Die Europäische Kommission hat die Hilfsgelder für die vom russischen Importstopp betroffenen Obst- und Gemüseproduzenten vorübergehend ausgesetzt. Als Grund nannte die EU unverhältnismäßig hohe Hilfsanträge, die sich teilweise auf das Vielfache des durchschnittlichen jährlichen Exportvolumens nach Russland belaufen hätten. 

Die europäischen Obst- und Gemüsebauern müssen vorerst ohne Hilfsgelder der EU auskommen. Foto: Bestart/Fotolia

So hätten die Hilfsanträge, die der Kommission von den Mitgliedsstaaten am 8. September übermittelt wurden, die bereitstehenden Mittel für Äpfel und Birnen (insgesamt 82 Millionen Euro) und einige andere Produkte deutlich überschritten. Die überwiegende Mehrheit der Anträge stammte nach Angaben der EU aus Polen. Da jeder Antrag von den nationalen Stellen auf seine Berechtigung geprüft werden muss, sei bislang keine Auszahlung erfolgt.

Am 18. August hatte die Europäische Kommission ein Hilfsprogramm in Höhe von 125 Millionen Euro vorgestellt, aus dem Erzeuger von Obst und Gemüse (etwa Äpfel, Birnen, Pflaumen, Weintrauben, Blumenkohl, Gurken, Tomaten, Möhren, Kohl, Pilze) Entschädigung beantragen konnten, wenn sie Produkte, die ursprünglich für den russischen Markt bestimmt waren, zum Beispiel durch kostenlose Verteilung vom Markt nahmen.

„Die Europäische Kommission will solche Erzeuger weiterhin unterstützen, die wegen des russischen Importstopps plötzlich einen Markt verloren haben“, erklärte EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Cioloş. Die Kommission will deshalb jetzt ein überarbeitetes Unterstützungsprogramm vorlegen, das laut Cioloş zielgerichteter und effizient funktionieren und auf dem jetzigen Programm aufbauen soll. (ts)