Europäische Baumpfleger wählen neue Präsidentin

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Vorgänger Jonathan Cocking (r.) gratuliert der neuen EAC-Präsidentin Stefania Gasperini zur Wahl. Foto: Groß/ EAC

Bei der Jahreshauptversammlung des European Arboricultural Council (EAC) wählten die Mitglieder Stefania Gasperini zur neuen Präsidentin. Sie folgt damit auf Jonathan Cocking, der turnusgemäß aus dem Amt ausschied.

Neuer Vorstand gewählt

Stefania Gasperini, Baumsachverständige aus Ferrara in Italien, übernimmt satzungsgemäß das Amt der Präsidentin des europäischen Baumpflegerates EAC. Damit übernimmt sie den Posten von Jonathan Cocking. Zudem wurden Michael Bazant-Hegemark aus Österreich und Josef Grábner aus der Tschechischen Republik neu in den Vorstand gewählt und Professor Dr. Marek Siewniak aus Polen zudem zum Ehrenpräsidenten des EAC ernannt. Neben den Wahlen tauschten sich die rund 70 Mitglieder und Gäste aus 21 europäischen Ländern bei der viertägigen Veranstaltung in Wien zu den Berichten der verschiedenen Arbeitsgruppen des EAC aus.

Europäischer Stadtbaumpreises 2021 geht nach Wien

Darüber hinaus stand die Verleihung des Europäischen Stadtbaumpreises 2021 an die Stadt Wien auf dem Programm. Mit dem Schwammstadtprinzip war die Bewerbung des Wiener Quartiers Seestadt Aspern erfolgreich. Europas größtes Stadtentwicklungsprojekt will dabei Wohnraum für 60.000 Bewohner:innen schaffen und das komplette Oberflächenwasser auffangen, aufbereiten und zur Bewässerung der Grünflächen nutzen. Eine Fertigstellung des neuen Stadtviertels sei für 2040 anvisiert. Eine U-Bahn-Anbindung wurde bereits zuerst realisiert, anschließend wurden Freianlagen und Parks gebaut, ehe mit dem Bau der Wohnungen begonnen werde. Auf dem weiteren Programm der Veranstaltung stand auch eine Exkursion in die Wiener Seestadt Aspern, bei der sich die internationalen Gäste unter fachkundiger Führung ein umfassendes Bild machen konnten. Angesichts immer häufiger auftretenden Starkregenereignisse geht der europäische Baumpflegerat davon aus, dass das Wiener Beispiel als internationales Best-Practice-Projekt als Vorbild dienen werde.

Fachliche Fortbildungen

Darüber hinaus standen auch fachliche Fortbildungen auf dem Programm. Dr. Milan Pernek aus Kroatien referierte über Biosicherheit und ging auf gebietsfremde Arten als auch auf das natürliche Vorkommen von Krankheiten und Schädlingen ein, bei dessen Verbreitung der Klimawandel eine entscheidende Rolle spielt. Denn steigende Temperaturen sowie starke und längere Trockenheitsperioden verursachen unter anderem eine höhere Vermehrungsrate von Schädlingen. Invasiven Arten sei nur durch eine höhere Biodiversität und die Verwendung einer höchstmöglichen Sortenvielfalt zu begegnen, verdeutlichte Pernek. Ornitologe und Baumpfleger Stefan Knöpfer aus Österreich beleuchtete den Artenschutz in der Baumpflege und ging auf den täglichen Konflikt zwischen Artenschutz und Verkehrssicherheit ein. „Alle Lebewesen gilt es zu schützen, seien es Fledermäuse, Spechte oder Käfer wie der Große Eichenbock, Hirschkäfer, Eremit oder Insekten wie Hornissen! Und zwar durch eine vorausschauende Planung oder angepasste Pflegemaßnahmen“, so Knöpfer. Zum Abschluss der viertägigen Versammlung lud Italiens EAC-Vertreter Giovanni Ugo die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung 2022 nach Mailand ein.

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