Grüne Branche

Europäischer Baumschulverband: Serbien neues Vollmitglied

Serbien ist neues Vollmitglied der European Nurserystock Association (ENA). Der Balkanstaat wurde im Rahmen der Generalversammlung des Europäischen Baumschulverbands als 17. Mitgliedsland aufgenommen. 

Europäischer Baumschulempfang (v. r.): Tim Edwards (ENA-Präsident), Helmut Selders (BdB-Präsident) und Oliver P. Kurth (Geschäftsführer Messe Essen). Foto: Lorenz Wieland

231 registrierte Baumschulen in Serbien

Laut Prof. Dr. M. Milka Glavendekić, Präsident der Gesellschaft für Landschafts-Gartenbau in Serbien, gab es dort vergangenes Jahr 231 registrierte Baumschulen (elf Millionen Euro Produktionswert, zwei Millione Euro Export). Der Schwerpunkt der Produktion liegt im Norden mit der Provinz Vojvodina (Subotica, Banat) mit einem Anteil von 43,5 Prozent.

Darüber hinaus berichtete die ENA-Arbeitsgruppe EU-Gesetzgebung auf der Generalversammlung über die Arbeit in den letzten Monaten. Diskutiert wurde ein Vorschlag aus Italien über die sogenannte Kombinierte Nomenklatur (KN), also die zolltarifliche und statistische Nomenklatur der Zollunion. Die ENA-Generalversammlung akzeptierte den Vorschlag und sicherte Unterstützung zu.

Detailliertere Informationen für Handelsstatistik

Ziel des Vorschlages ist ein detaillierterer Rahmen für Kapitel 6 „Lebende Bäume und andere Pflanzen; Knollen, Wurzeln und ähnlichem; Schnittblumen und Blattwerk“ (EU-Verordnung 2658/87 modifiziert mit Verordnung 927/2012 auf 2012.09.10). Vorgeschlagen wird, Pflanzeneinheiten statt Gewichte (wie auf Rechnungen) zu verwenden und einige Positionen zu ergänzen, um detailliertere Informationen für die internationale Handelsstatistik zu erhalten.

Eine zusätzliche Einheit „Stücke“ wird für alle Kategorien unter dem Code „060.220“ (Bäume, Sträucher und Büsche, von genießbaren Früchten oder Nüssen, auch veredelt) vorgeschlagen, da Pflanzen oder Bäume meist in Stückzahl statt in Tonnen gehandelt werden.

Detailliertere Angaben werden für den Code „0602 9049“ vorgeschlagen, der aktuell alle Arten von Zierbäumen und Sträuchern auflistet. Berater oder Statistiker könnten dann besser auswerten, welche Produkte (oder Produktfamilien) am meisten und in bestimmten Ländern gehandelt werden sowie Trends in der Nachfrage danach. Unterteilt werden soll laut Vorschlag nun in die Kategorien Fruchtgehölze, Citrus, Koniferen/Immergrüne und Laubbäume oder Sträucher und andere.

Diskussion über Transatlantisches Freihandelsabkommen

Begonnen habe auch eine Diskussion über das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP). Sofern es darum geht, Pflanzenschutzkontrollen und -anforderungen an den Grenzen im Handel zwischen USA und EU zu modifizieren, müsse sich die ENA über Chancen und Risiken für die Europäischen Baumschulen bewusst sein.

Die Generalversammlung hat zudem beschlossen, die Arbeitsgruppe mit Taxonomen und Baumschulen zu reaktivieren, um die Internationale Pflanzennamensliste zu aktualisieren. Ziel ist, bis Ende dieses Jahres die Liste für den Zeitraum 2015 bis 2020 fertig zu stellen. (hlw)