Grüne Branche

Expo 2015: Weltausstellung in Mailand gestartet

Weniger monumentale Pracht, dafür mehr demokratische Ebenbürtigkeit: Die Expo 2015 in Mailand wird anders als bisherige Weltausstellungen. Am vergangenen Freitag eröffnet, wird sie bis zum 31. Oktober eine Art Weltgarten sein, in den sich alle gleichberechtigt einbringen können. 

Der thailändische Pavillon auf der Expo ist einem riesigen Reiskorb nachempfunden. Simulation: Expo Milano 2015

„Feeding the Plantet...“ als Expo-Motto

Dass vieles neu ist, hat mit dem Thema zu tun: „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ lautet das Motto auf dem rund eine Million Quadratmeter großen Expo-Gelände.

Das Thema hat sechs Schwerpunkte: Ernährung, Umwelt, Bildung und Erziehung, Innovationen, Forschung sowie moderne Gesellschaftskrankheiten. Überlegungen zu Klimaschutz und Wasserressourcen spielen dabei ebenso eine Rolle wie wiederentdeckte, traditionelle Lebensmittel und die Erforschung neuer Nahrungsmittel.

Expo 2015 als Plattform für Diskussion und Austausch

Angesichts der Tatsache, dass die UNO bis zum Jahr 2100 ein Anwachsen der Weltbevölkerung auf etwa 12,3 Milliarden Menschen erwartet, braucht diese Expo keine elitäre Leistungsschau, sondern eine Plattform für Diskussion und Austausch. Damit dieses Unterfangen fruchtbar wird, sind in Mailand außer 144 Nationen und drei internationalen Organisationen erstmals auch Organisationen der Zivilgesellschaft dabei.

Außerdem gibt es neben den üblichen Länder-Pavillons sogenannte Cluster: Pavillons, in denen mehrere Länder ihre Beiträge zu einem bestimmten Schwerpunkt vorstellen. Diese Cluster erlauben auch jenen Nationen die Teilnahme, die sonst mit einem eigenen Pavillon nicht vertreten wären.

Länder-Pavillons an der „World Avenue“

Alle Länder-Pavillons, bis auf den Palazzo italiano, befinden sich entlang der 1.500 Meter langen, zentralen Längsachse – der „World Avenue“ dieser Expo. Viele der Pavillons bieten einen Einblick in das, was typisch ist für das jeweilige Land: Thailands Pavillon etwa ist der Form eines riesigen Reiskorbs nachempfunden. Vietnam hat Reis-Terrassen gebaut und präsentiert viele Facetten rund um das Wasser und die Lotusblüte.

Die Deutschen haben sich das Motto „Fields of Ideas“ gegeben und setzen auf Interaktion mit dem Publikum. Sechs Menschen, die je auf ihre eigene Art das Motto der Expo in ihrem Leben verwirklicht haben, fungieren als Ideenbotschafter: Indem sie zeigen, wie sie persönlich im Kleinen etwas bewegt haben, wollen sie die Besucher anregen, ihre eigenen Ideen zu entwickeln. (gd)

Mehr zur Expo Milano 2015, den Cluster-Pavillons und dem neuen Grünkonzept, das sich die Stadt Mailand passend zum Expo-Thema verordnet hat, lesen Sie in der TASPO GartenDesign 2/2015.