Grüne Branche

Extreme Kältewelle überfällt Sachsen

Die hohen Ölpreise und die niedrigen Temperaturen bereiten den sächsischen Gärtnern zunehmende Sorgen. In vielen Orten Ostsachsens sank das Thermometer auf unter minus 20 Grad Celsius. "Zum Glück", sagt Christoph Hoffmann, Produktionsleiter bei der Elsner pac Jungpflanzen GbR Dresden, "die in der Hauptsache Pelargonien anzieht, konnten wir uns auf den Wetterdienst verlassen. Minus 20 Grad waren angesagt und die kamen dann auch."

Der Betrieb hält etwa vier Hektar unter Glas und Folie. Während im neuen Betriebsteil Thiendorf der Computer das Problem regelt, wurde am Stammsitz Dresden ein Kontrolldienst eingerichtet, der alle zwei Stunden die Häuser kontrolliert. In Häusern, wo es bezüglich der Klimatisierung Unsicherheiten gab, setzte der Betrieb zusätzlich Heizgebläse ein. Eine weitere Maßnahme: Die Energieschirme blieben so lange wie möglich geschlossen.

Im Gartenbaubetrieb Gruschwitz (Langburkersdorf) nahe der Grenze zu Polen gingen die Minustemperaturen mit 22,5 Grad Celsius an die Grenze der Kesselleistung, um die 3000 Quadratmeter Produktionsfläche zu versorgen. "Wir haben die Stehwände der einfach verglasten Häuser zusätzlich mit Luftpolsterfolie geschützt und die Violen-Frühbeete mit Strohmatten", sagt Gärtnermeister Uwe Marschner.

Tag und Nacht bei minus 20 Grad auf dem Posten ist in Zittau Johannes Nietsch, der unter 1 500 Quadratmetern Schnittblumen und Beet- und Balkonpflanzen anbaut. "Das Pumpenhaus wurde abgesichert und ist rundrum isoliert. Das stabile Hoch lässt auch weiterhin extrem niedrige Temperaturen befürchten", sagt Nietsch."Diese Kälte hatten wir lange nicht", weiß Matthias Schott im erzgebirgischen Schneeberg. In seiner modernen 4 000-Quadratmeter-Gewächshausanlage hat er mit dem Anbringen von Noppenfolie an den Stehwänden Vorsorge für die Kältewelle getroffen. Trotzdem weiß er jetzt schon - es wird ein teurer Winter, auch für die Berufskollegen.