Grüne Branche

Extremwetterlagen fordern Weihnachtsbaumproduzenten

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In Nordrhein-Westfalen gehört das Sauerland zu den größten Anbaugebieten für Weihnachtsbäume in Europa. Besonders das Frühjahr und der Sommer fordern die Produzenten heraus, gerade Extremwetterlagen sorgen für erhöhte Risiken.

Eberhard Hennecke, Weihnachtsbaumproduzent Peter Strugholtz aus Anröchte und Laura Stegmann überzeugen sich von der Qualität der Weihnachtsbäume im Sauerland (v.l.). Foto: Gartenbau NRW

Erhöhtes Risiko durch Extremwetterlagen

Damit pünktlich zu Weihnachten die deutschen Wohnzimmer mit Bäumen geschmückt werden können, müssen die Gewächse im Frühjahr und Sommer wachsen. Doch gerade in diese Zeit fallen auch immer mehr Extremwetterlagen, wie Starkregen, Hagel oder späte Frostnächte. Das stellt die Produzenten vor enorme Herausforderungen in einer sowieso schon pflegeintensiven Zeit. „Durch die inzwischen vermehrt auftretenden Extremwetterereignisse wie lange Trockenperioden, Sturm und Hagel sowie späte Kälteeinbrüche steigt auch das Ausfallrisiko“, berichtet Eberhard Hennecke, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Landesverband Gartenbau NRW. „Je nach Witterungslage werden 20 bis 30 Prozent der gepflanzten Bäume so beschädigt, dass diese nicht mehr verkauft werden können. In diesem Jahr haben wir bis jetzt Glück gehabt. Dank ausreichender Regenmengen und keine Spätfröste im Mai erwarten wir ausreichend gesunde Weihnachtsbäume für ein schönes Fest“, zeigt sich Hennecke optimistisch.               

Viel Pflege per Hand nötig

Je nach ihrer Größe wachsen Weihnachtsbäume zwischen neun und zwölf Jahre auf dem Feld. Die pflegeintensivste Zeit haben die Produzenten vor allem im Juni und Juli vor sich, denn dann treibt die Tanne aus. Junge Triebe müssen eingekürzt werden und Lücken durch fehlende Triebe mit einem Zweigregler geschlossen werden, der die vorhandenen Zweige näher zusammenwachsen lässt. Fehlende Spitzen werden durch einen Seitentrieb, der mit einem Stützstab hochgebunden wird, ersetzt. Und damit der Baum nicht zu schnell wächst und sich Lücken bilden, muss der Stamm mit einer Zange eingeritzt werden, um den Saftstrom nach oben hin zu hemmen. All diese Arbeiten werden von Hand durchgeführt, nicht etwa von Maschinen, damit im Dezember eine schlanke und aufrecht gewachsene Tanne in die Wohnzimmer kommt.

Trend zur Regionalität hält weiter an

Regionalität steht bei den Verbraucher:innen weiterhin hoch im Kurs. 25 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 25 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Garten-, Bau- und Supermärkten. Die Nordmanntanne steht in der Gunst der Verbraucher:innen am höchsten, gefolgt von Blaufichte und Nobilis. Die Kund:innen wollen also wissen, woher ihr Baum genau kommt und bringen der Produktion eine gestiegene Wertschätzung entgegen. Viele verbinden den Weihnachtsbaumkauf mitlerweile mit einem Familienausflug in die Betriebe. „Wir können so dem Kunden besser vermitteln wie viel Arbeit und Zeit in einem Weihnachtsbaum steckt, der für mich einfach zu einem schönen Weihnachtsfest gehört“, betont Laura Stegemann, seit 2019 Weihnachtsbaumkönigin.    

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