Grüne Branche

Fachgruppe Gemüsebau: zukunftsweisende Themen im Spargelanbau angepackt

Spargel ist in Hessen mit 2.200 Hektar die bedeutendste Gemüsekultur. Daher widmete sich die 70. Sitzung des Arbeitskreises Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau, die vom 11. bis 12. September in der Forschungsanstalt Geisenheim stattfand, zukunftsweisenden Themen im Spargelanbau. 

213 Betriebe mit einer durchschnittlichen Anbaufläche von zwölf Hektar erwirtschafteten 2012 rund sechs Tonnen Ertrag je Hektar. Das liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt und spricht für den guten Standort Hessen. 60 Prozent des Spargels wird direkt vermarktet. Der Anteil von Grünspargel beträgt etwa fünf Prozent. Die Betriebe nutzen zur Qualitätssicherung in der Regel QS-GAP in Verbindung mit dem Label „Gutes aus Hessen“, betonte Stefan Nauheimer vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH).

Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Großbeeren wurde das Dormanzverhalten von Spargelsorten untersucht. Ist der Kältereiz in der Dormanzphase (Kältephase) unzureichend, so kommt es zu einem verzögerten Austrieb der Spargelpflanze im Frühjahr. Eine ausreichende Kälteperiode im Winter ist für die Spargelerzeuger durchaus erwünscht.

Eine bundesweite Erhebung wurde von der Forschungsanstalt Geisenheim im vergangenen Jahr durchgeführt. Die Spargelbetriebe wurden zur Bewässerungspraxis und zur Sortenwahl befragt. Eines der Ergebnisse war, dass größere Betriebe überdurchschnittlich häufig bewässern, und dass weiterer Forschungsbedarf hinsichtlich Präzisierung des Bewässerungszeitpunktes und hinsichtlich der Wassermenge besteht. Ziel der Forschung ist es, dass die Pflanzen direkt den Wasserbedarf angeben, betonte Professor Dr. Jana Zinkernagel.

Verbräunungen von Spargelstangen entstehen meistens nach einer vorausgegangenen mechanischen Verletzung, die eine Glasigkeit zur Folge haben kann. Die Verbräunungen als Folge daraus treten oft über einen längeren Zeitraum auf. Der Schaden kann erheblich sein. Eine sehr nasse Lagerung im Kühlraum fördert offensichtlich das Phänomen der Glasigkeit. Zu hohe Kühlraumtemperaturen unterstützen offensichtlich den Verbräunungsvorgang, ergaben Untersuchungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Die aktuellen Versuche zum Spargel in Schifferstadt hatten Fragestellungen zu Anbaumethoden, Pflanzsystemen, Verfrühungen und Neupflanzungen. Danach stehen neue Verfrühungssysteme, die aber noch abschließend getestet werden müssen, in Aussicht, (etwa die Dreifachabdeckung mit Fünfziglochfolie).

Der Stand der Notfallzulassung im Gemüsebau war ein wichtiger Informationspunkt. Die Bundesfachgruppe Gemüsebau hat in diesem Jahr sich dafür eingesetzt, Notfallgenehmigungen für bestimmte Indikationslücken zu erreichen. Nicht alle Anträge wurden vom BVL genehmigt. Jedoch konnte in Einzelfällen die allergrößte Not abgewendet werden, so etwa bei der Verwendung von Afalon für den Feldsalat im Herbstanbau. In 25 Mitgliedsstaaten der EU hat Afalon eine Grundzulassung, in Deutschland nicht.

Wichtig war die Besichtigung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, Gartenbauzentrum Geisenheim, Fachgebiet Gemüsebau der Forschungsanstalt Geisenheim. Die Berater konnten sich vor Ort über den aktuellen Stand der Versuchsfragen im Gemüse- und Gartenbau informieren. Besonders Bewässerungsfragen standen im Mittelpunkt. Die Beiträge werden ab dem 20. September 2012 in www.Hortigate.de eingestellt.

Die 71. Sitzung des AK-Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau ist Mitte September 2013 in Erfurt vorgesehen. (zvg)