Grüne Branche

Fachhandel: Inspiration & Absatzförderung mit Urzeitpflanzen

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Themen wie „Rosenschau“, „Kakteen- und Sukkulenten-Woche“ oder „Italien zu Gast“ sind nicht wirklich neu, gar nichts für die Geschäftsankurbelung zu tun, ist ebenfalls keine Lösung. Wie mit nicht alltäglichen Aktivitäten Kunden in Gartencentern und Einzelhandelsgärtnereien angesprochen, inspiriert und zum Kauf animiert werden können, zeigt das Thema „Urzeitpflanzen“.

Mit dem Verkauf von Pflanzen ist es nicht mehr getan

Mit dem Verkauf von Pflanzen, die dicht an dicht auf den Verkaufstischen stehen, ist es nicht mehr getan, selbst wenn sie in bester Qualität angeboten werden können. Kunden von heute, zunehmend die Generation Y sowie die nachfolgende Generation Z, ticken eben anders. Sie sind bestens informiert, anspruchsvoll, flexibel, trendaffin und hybrid in ihrem Konsumverhalten, mit wechselseitigen Entscheidungen zwischen Online- und Offline-Handel. Zudem erzieht das schier überquellende Konsumangebot Verbraucher dazu, alles jetzt und sofort verfügbar zu haben.

Wer als Einzelhändler trotz aller Reizüberflutung in der Lage ist, Kunden mit einer besonderen, nicht alltäglichen Story und den dahinter stehenden Produkten immer wieder zu überraschen, ihr Interesse zu wecken, hat gute Chancen, dem Verdrängungswettbewerb zu widerstehen, sich sogar als Platzhirsch am Markt zu etablieren.

Kunden sogenannte „Urzeitpflanzen“ am POS näherbringen

Das Thema „Urzeitpflanzen“ kann dem Kunden unterstützt von einer kreativ gestalteten Themeninsel am POS näher gebracht werden. Zwar besteht eine Themeninsel auf der Verkaufsfläche aus einer Verbundpräsentation, die Pflanzen mit korrespondierenden Zusatzartikeln in einer harmonisch gestalteten Szenerie zeigt, dennoch stellen Pflanzenexponate die Stars des Ganzen dar.

Nachfolgend eine Auswahl von Pflanzen, die zum Kernsortiment „Urzeitpflanzen“ gezählt werden können:

Urzeitpflanzen: Ginkgo biloba und Zamia-Farn

Der im ostasiatischen Raum häufig als Tempelbaum anzutreffende Fächerblattbaum (Ginkgo biloba) gilt als ein lebendes Fossil der Pflanzenwelt. Er ist weder Nadel- noch Laubgehölz, sondern ein Palmfarn, zweihäusig, mit einer rund 300 Millionen Jahre alten Geschichte. Einzigartig sind seine fächerförmigen Blätter, die sich im Herbst goldgelb verfärben. Während ältere, ausgepflanzte Exemplare voll winterhart sind, benötigen junge und vor allem Kübel- und Bonsaipflanzen Winterschutz oder man räumt sie während der Frostperiode in einen kühlen Keller. Um kaum einen anderen Baum ranken sich so viele Mythen aber auch wissenschaftliche Abhandlungen. Pflanzenextrakte werden weltweit zur Förderung der Hirndurchblutung verwendet.

Ebenfalls zu den Palmfarnen gehört der Zamia-Farn (Zamioculcas zamiifolia), auch Zamie oder Glücksfeder genannt. Die aus Ostafrika stammende Grünpflanze gehört mit ihrem sukkulenten Habitus zu den anpassungsfähigsten und widerstandsfähigsten Zimmerpflanzen, bestens geeignet für Einsteiger, auch ohne „grünen Daumen.“ Die Zamie zählt zu den Pionieren der Aronstabgewächse, eine umfangreiche, sehr vielgestaltige Familie, die überwiegend in den Tropen beheimatet ist. Sie bildet Blüten aus, gehört folglich zur Gruppe der Angiosperma, den Blühpflanzen, die sich ab der Kreidezeit, vor etwa 145 Millionen Jahren auf unserem Planeten ausbreiteten.

Urzeitpflanzen: Nestfarn und Hawaii-Palme

Zwar ist die zeitgeschichtliche Einordnung des Nestfarns (Asplenium nidus) bislang ein eher unbeschriebenes Blatt, umso stärker steht er aber jetzt gerade auf der Hitliste, wenn es beim Verbraucher um pflegeleichte Zimmerfarne geht. Am heimatlichen Standort in den tropischen Regenwäldern Ostafrikas, Asiens und in Polynesien wächst er epiphytisch in Baumkronen, etwa gemeinsam mit Geweihfarnen oder Wildorchideen. Die lanzettlichen Blätter bilden einen Trichter, mit denen der Baumbewohner in der Natur notwendiges Wasser sammeln kann. Als Zimmerpflanze bevorzugt der in vielen Blattvarianten erhältliche Nestfarn einen hellen Platz, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Optimal ist eine ganzjährige Zimmertemperatur um 20 bis 24 Grad Celsius, bei nicht zu trockener Luft.

Die ebenfalls aus Urzeiten stammende Hawaii-Palme (Brighamia insignis), die botanisch betrachtet nicht zu den Palmen zählt, sondern zu den Glockenblumengewächsen, stellt eine echte Rarität dar. Ganze sieben Pflanzen sollen es sein, die noch an den Vulkanhängen der hawaiianischen Insel Kaua‘i vorkommen. Denn mit dem Aussterben einer speziellen Mottenart, die einzig für die Bestäubung der Blüten sorgen kann, verabschiedete sich auch diese markante Pflanzenschönheit von unserem Planeten. Über Meristem-Kultur ist es gelungen, die Art zu erhalten, ja sie sogar gärtnerisch zu kultivieren, zur Nutzung als schmucke Zierpflanze. Optimal für sie sind Zimmerplätze bei 16 bis 18 Grad Celsius.

Noch mehr „Urzeitpflanzen“ finden Sie in der TASPO 30/2019, die in unserem Online-Shop erhältlich ist.