Fachkräftemangel erreicht Rekordhoch

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Experten erwarten keine Entspannung des Fachkräftemangels. Foto: Green Solutions

Der Fachkräftemangel zieht sich durch alle Branchen und erreicht laut ifo Institut einen neuen Höchststand in Deutschland. Experten erwarten sogar noch schwerwiegendere Probleme in diesem Bereich.

Verbände und Unternehmen tun viel für Nachwuchswerbung

„Ein Unternehmen ist nur so gut, wie seine Mitarbeiter“, der Meinung sind viele Experten, doch genau das richtige Fachpersonal zu finden und auch zu binden ist eine Herkulesaufgabe und große Herausforderung. Auch die Grüne Branche steht genau vor diesen Problemen, weshalb bereits viele Verbände gezielte Nachwuchswerbung veranstalten. Kampagnen laufen über Online-Portale, Video-Plattformen und im sozialen Netzwerk, wie etwa bei TikTok. Und das auch mit einigen Erfolgen: So wurde die Kampagne vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) etwa über eine Million Mal angeklickt. Dennoch benötigt die Branche mehr Fachkräfte, um die anfallende Arbeit bewältigen zu können.

Probleme zukünftig noch schwieriger?

Über alle Branchen hinweg habe der Fachkräftemangel laut ifo Institut im Juli einen neuen Höchststand erreicht. Demnach seien fast 50 Prozent der Unternehmen vom aktuellen Fachkräftemangel beeinträchtigt, was die ifo-Konjunkturumfragen zeigen. Bislang lag der Rekord noch im April (43,6 Prozent), der nun mit 49,7 Prozent ein neues Allzeithoch erreicht habe. „Immer mehr Unternehmen müssen ihre Geschäfte einschränken, weil sie einfach nicht genug Personal finden. Mittel- und langfristig dürfte dieses Problem noch schwerwiegender werden“, sagt Stefan Sauer, Arbeitsmarktexperte am ifo Institut.

Fachkräftemangel in den einzelnen Segmenten

Das ifo Institut schlüsselte dabei in die Segmente Dienstleistungen, Einzelhandel, Großhandel verarbeitendes Gewerbe und Bauhauptgewerbe auf. Unter den Dienstleistern beklagten insgesamt gesehen 54,2 Prozent der Unternehmen, akut vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. Bei den GaLaBau-Unternehmen lag der Wert sogar bei 59,4 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe klagten insgesamt 44,5 Prozent der Umfrageteilnehmer über fehlendes Fachpersonal. Darunter waren 58,1 Prozent der Nahrungsmittelhersteller, wie Obst- und Gemüsebaubetriebe, durch den Fachkräftemangel beschränkt. Der Einzelhandel war mit 41,9 Prozent der befragten Unternehmen betroffen, das Bauhauptgewerbe mit 39,3 Prozent und im Großhandel meldeten 36,3 Prozent der Betriebe einen Mangel an Fachkräften.