Fachschulen nehmen Humusaufbau in den Fokus

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Humusreiche Böden sind im Zuge des Klimawandels immer bedeutender. Symbolfoto: Markus Baumeler/ Pixabay

In Bayern hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber an den landwirtschaftlichen Fachschulen das Schulprojekt „Humuserhalt und Humusaufbau“ gestartet. Hintergrund ist die Sensibilisierung von angehenden Fachkräften für die Wichtigkeit von Humusböden.

Projekt startet an Fachschulen

Landwirtschaftlichen Böden komme in Sachen Klimaschutz und Klimaanpassung laut bayerischem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) eine zentrale Rolle zu, die angehenden Fachkräften frühzeitig bewusst gemacht werden solle. Bayerns Landwirtschaftsministerin Kaniber hat daher ein neues Schulprojekt aus der Taufe gehoben, welches an den landwirtschaftlichen Fachschulen des Freistaates an den Start geht. Unter dem Titel „Humuserhalt und Humusaufbau“ sollen den Fachkräften von morgen die Bedeutung von Humusböden für die Klimaanpassung verdeutlicht werden. „Wir müssen die Studierenden der Landwirtschaftsschulen frühzeitig für dieses wichtige Zukunftsthema sensibilisieren. Denn sie sind für uns ein Sprachrohr und Multiplikatoren in die landwirtschaftliche Praxis. Der Klimawandel ist auch für uns ein Megathema, denn unsere landwirtschaftlichen Betriebe sind immer mehr mit den negativen Folgen konfrontiert. Vor den Auswirkungen wie Trockenheit, Starkregen oder Bodenerosion kann niemand mehr die Augen verschließen“, macht Kaniber deutlich.

Humusmanagement noch größere Bedeutung

Der Klimawandel habe enorme Auswirkungen auf die Humusböden und stellt die landwirtschaftliche Praxis schon heute vor Herausforderungen. Durch die Erwärmung werden laut aktuellen Studien Umsetzungsprozesse im Boden beschleunigt, weshalb es immer schwieriger wird, Humusvorräte zu erhalten. Für gesunde und vor allem fruchtbare Böden sei Humus allerdings unverzichtbar und unerlässlich als Wasser-, Nährstoff- und CO2-Speicher. „Wir müssen die Böden erhalten, denn sie sind die wichtigste Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft“, erläutert Kaniber. Mit dem Klimawandel gewinnt deshalb zielgerichtetes Humusmanagement in landwirtschaftlich genutzten Böden eine noch größere Bedeutung.

Humusproben werden im Projekt analysiert

Inhaltlich werden die Studierenden der landwirtschaftlichen Fachschulen im Rahmen des neuen Schulprojekts von zwei Flächen im eigenen Betrieb Humusproben ziehen. „Im Unterricht können die Studierenden mit der Klasse und Lehrkräften die Ergebnisse der Humusuntersuchungen auswerten und Optimierungsstrategien für den eigenen Betrieb entwickeln. Dieser aktive Austausch am konkreten Beispiel des Praxisbetriebs soll dieses nachhaltige Denken fest im Alltag verankern“, sagt die Landwirtschaftsministerin. Mit insgesamt 60.000 Euro finanziert das StMELF das neue Projekt.

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