Grüne Branche

Fallobst fördert Kragenfäule

Pflanzenschutztipps für den Endverkauf
Bei Äpfeln, Birnen oder auch bei Quitten zeigen sich am Stammgrund zunächst kleine, zumeist violette Faulstellen, die sich rasch vergrößern können. Die Rinde wird dann oberhalb der Veredlungsstelle etwa 10 bis 80 cm über dem Boden feucht. Ist der Stamm von der kranken Rinde umgürtelt (Kragenfäule), hat der Pilz (Phytophthoracactorum) die Leitungsbahnen zerstört.

Die Infektion der Krankheit erfolgt vom Boden aus. Dort kann sich der Erreger über Jahre hinweg halten. Die Blätter verfärben sich dann rötlich-violett, welken, vertrocknen und fallen ab. Die Spitzentriebe rollen sich ein. Der Zweigbefall ist an der violetten Verfärbung der Rinde zu erkennen. Apfelsorten sind unterschiedlich anfällig. Als besonders anfällig gelten ‘Berlepsch’, ‘Cox Orange’ und ‘James Grieve’.

Abwehrmaßnahmen

Bei beginnendem Befall das erkrankte Gewebe ausschneiden. Kranke Pflanzenteile entfernen. Die dabei entstehenden Wunden sind mit einem Wundverschlussmittel sofort zu verschließen, beipielsweise mit Magnicur Aktiv Baum Wundverschluss (Tebuconazol). Da der Krankheitserreger sich besonders gut auf Fallobst entwickelt, sollte diese Infektionsquelle beseitigt werden.

Kurt Henseler, Bonn
Der Pflanzendoc


Weitere Pflanzenschutztipps auch in Ausgabe 11/ 2012 Deutsche Baumschule.