Fassadenbegrünung der Enni-Gruppe in Moers ausgezeichnet

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Die Ostfassade des neuen Enni-Verwaltungsgebäudes in Moers ist komplett begrünt, weitere Begrünungen finden sich im Innenhof und im Foyer. Foto: BuGG

Das neue Verwaltungsgebäude der Enni-Unternehmensgruppe in Moers hat die Auszeichnung als BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres 2021 erhalten. Die Jury überzeugten laut BuGG vor allem die 600 Quadratmeter an der Stirnseite der Firmenzentrale mit einer der größten begrünten Gebäude-Wandflächen Deutschlands.

Verwaltungsgebäude der Enni-Gruppe als ökologisches Vorzeigeprojekt

Ein vielbeachtetes ökologisches Vorzeigeprojekt sei die neue Verwaltung der Enni-Unternehmensgruppe in Moers mit ihren gleich drei begrünten Fassaden an der Ostfassade, im Innenhof und dem Foyer, erklärt der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG). Als „grüne Lungen“ in Städten seien solch begrünte Flächen derzeit immer noch Exoten. Für die rund 600 Mitarbeiter des Energieversorgers und Dienstleisters am Niederrhein jedoch seien sie auch Ausdruck des eigenen ökologischen Selbstverständnisses, das laut dem Enni-Vorstandsvorsitzenden Stefan Krämer fest in der Philosophie der Unternehmensgruppe verankert sei.

Ausführender Ingenieur spricht von „Projekt mit hohem Anspruch“

Laut BuGG setze die Verwaltung der Enni-Gruppe neue Maßstäbe in der Begrünung von Gebäuden, und Dipl.-Ingenieur Clemens Belke, der als BuGG-Mitglied mit seinem Unternehmen die Fassadenbegrünung geplant und ausgeführt hat, spricht von einem „Projekt mit hohem Anspruch“. Bei der Planung etwa habe sein Unternehmen unterschiedliche Anforderungen an die Vertikalbegrünung koordinieren müssen. „Unsere Monteure mussten beispielsweise 63 Fensteröffnungen bautechnisch einbinden“, so Belke, demzufolge die Fassade als Kombinations-Fassade in Vorhangbauweise mit 180 Millimeter mineralischer Dämmung errichtet wurde. Jede Fensteröffnung habe dabei eine eigene Abdichtungskonstruktion erhalten. „So beugen wir Schäden vor, die sonst durch die dauerhafte Bewässerung der Pflanzen am Gebäude entstehen könnten.“

Bewässerung funktioniert im Brandfall als Sprinkleranlage

Für die Unterkonstruktion der Fassadenbegrünung wurde laut Belke das Ejot-Crossfix-System gewählt, womit neben den Konsolen und Tragprofilen auch alle Verankerungs- und Befestigungsmittel aus einer Hand stammten. Alle konstruktiven Bauelemente wie die Dämmung und die verwendeten Vegetationselemente des niederländischen Systems „Sempergreen“ würden dabei selbstverständlich Brandschutzkriterien erfüllen, wie Belke betont. Im Brandfall funktioniere zudem die automatische Bewässerungsanlage wie eine Sprinkleranlage.

Sensoren überwachen Temperatur und Feuchtigkeit der begrünten Fläche

Durch die hohe Dichte der Pflanzen von 96 Stück pro Quadratmeter seien insgesamt rund 57.600 Pflanzen allein an der Ostfassade installiert. Dennoch sei die Pflege der begrünten Elemente, die den Angaben zufolge allesamt im Gewächshaus vorkultiviert wurden, leicht und beschränke sich auf drei bis vier Schnitte pro Jahr. Ansonsten überwache eine Kontroll- und Überwachungssensorik automatisch online die Vegetation, wobei die Sensoren die Temperaturen und die Feuchtigkeit der bepflanzten Fläche aufzeichnen. „So wird die Bewässerung und Düngung stets ideal an den Bedarf der Pflanzen angepasst“, erklärt Belke.

„Für die Branche und den Klimaschutzgedanken ein Pionier mit Vorbildcharakter“

Wie BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann bei der Verleihung der Siegerplakette für die „BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres 2021“ an Stefan Krämer und Clemens Belke betonte, zeige die Enni-Zentrale, „was im Bereich wandgebundener Fassadenbegrünung mit einem engagierten Bauherrn, der richtigen Planung und einem bewährten System auch an großflächigen Begrünungen heute möglich ist.“ Das Moerser Projekt sei daher für die Branche und den Klimaschutzgedanken „ein Pionier mit Vorbildcharakter“, so Mann.