Grüne Branche

Feldmaus-Schäden: neue Arbeitsgruppe für gezieltes „Feldmausmanagement“ gegründet

Bilanz zu den Feldmaus-Massenvermehrungen und Schäden im Jahr 2012 zogen in der vergangenen Woche Fachleute von Bundes- und Länderbehörden sowie Verbänden bei einem Expertengespräch am Julius-Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig. Gesprächsgegenstand war unter anderem die Entwicklung eines gezielten Feldmausmanagements. Hierzu hat die Agrarministerkonferenz des Bundes und der Länder die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe beschlossen. 

Die Teilnehmer des Fachgespräches, unter ihnen Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums, des Bundesumweltministeriums, der Landesbehörden, der Zulassungsbehörde für Pflanzenschutzmittel sowie betroffener Verbände, kamen überein, für ein gezieltes Feldmausmanagement künftig die Kräfte zu bündeln und Daten auszutauschen.

Feldmäuse verursachten 2012 vor allem in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, aber auch in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen massive Ernteverluste. Im Harzvorland etwa vernichteten die Nager bis zu 80 Prozent der neuen Winteraussaat.

Vertreter der drei am stärksten betroffenen Länder berichteten bei dem Fachgespräch am JKI über ihre Bemühungen im vergangenen Jahr, der Lage Herr zu werden. Zur Sprache kam etwa der Einfluss der pfluglosen Bodenbearbeitung auf die Vermehrung der Mäuse sowie der Umstand, dass Windkraftanlagen und andere nichtbearbeitete Flächen als Refugien dienen, aus denen die Mäuse erneut in die Felder einwandern.

Dr. Jens Jacob, der Experte des JKI zum Phänomen der Massenvermehrungen, gab darüber hinaus eine Übersicht über Befall und Schäden des Vorjahres. Zudem stellte er die Arbeiten an einem Prognosemodell vor, das helfen soll, die Entwicklung von Massenvermehrungen vorherzusagen. (ts/jki)