Grüne Branche

Flächenabstrakte Gebührenbemessung: Neue Modelle der Kostenumlage (Teil II)

Teil I des Beitrags in der März-Ausgabe zeigte auf, wie mit modifizierten Kalkulationsformen das Lenkungspotenzial der Gebühr zugunsten der Einrichtung und der Friedhofskultur genutzt werden kann, ohne Rechte der Nutzer zu beeinträchtigen. Die Umlage grabartidentischer Kosten und der Einfluss des Umlagemaßstabs „Grabfläche“ spielen dabei eine zentrale Rolle. In diesem zweiten Teil erläutert Prof. Dr. Gawel die betriebswirtschaftliche Eignung derartiger Verfahren und nimmt zu ihrer rechtlichen Zulässigkeit Stellung.

 

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Problem einer kostenverursachungsgerechten Umlage der ansatzfähigen Kosten auf die einzelnen Grabformen zu lösen. Hier liegt es zunächst auf der Hand, dass ein beachtlicher Teil dieser beim Kostenträger „Grabnutzung“ verbuchten Werteverzehre nicht von der konkreten Grabform abhängt, sondern für den Erhalt der Anlage insgesamt angefallen ist. Kurzum: Es handelt sich hier jedenfalls auch um grabartidentische Kosten. Die Kosten für Unterhaltung und Infrastruktur der Friedhofseinrichtung einschließlich der darauf entfallenden Verwaltungsdienste fallen unabhängig vom Zahlen-Verhältnis der Grabformen untereinander und auch unabhängig von der jeweiligen Grabgröße an.1 An diesen Kosten sind jedoch auch „platzsparende“ Gräber angemessen zu beteiligen; dies geschieht betriebswirtschaftlich am besten mit Hilfe einer auf diese Kosten bezogenen Fallpauschale.