Grüne Branche

FloraHolland: Einschränkungen an der Uhr für Nicht-Mitglieder

Zu den aktuellen Entwicklungen an der Uhr nahm Dirk Hogervorst, Manager Versteigerung und Qualität bei FloraHolland, auf der FloraHolland Trade Fair Stellung. Dass der Umsatzanteil der Uhr zugunsten des direkten Verkaufes immer mehr abnehme, liege auch daran, dass die Wünsche der Kunden hinsichtlich der Produkte, der Verpackung oder der Logistik immer spezieller würden. 

Bei Topfpflanzen liege das Verhältnis derzeit recht stabil bei 70 Prozent Direktverkauf zu 30 Prozent Uhr. Bei Schnittblumen sei das Verhältnis umgekehrt, der Anteil der Uhr nehme aber relativ schnell ab und dürfte nach Hogervorsts Einschätzung bald unter 50 Prozent liegen.

Bei der Uhr wird es ab 2014 Veränderungen geben: Während Mitglieder der Genossenschaft FloraHolland bei der Vermarktung alle Rechte haben, gilt dies für Nicht-Mitglieder künftig so nur im Bereich der direkten Vermarktung. An den Export-Uhren in Aalsmeer, Rijnsburg und Naaldwijk müssen sie hingegen mit Einschränkungen rechnen. Nicht-Mitglieder könnten ja in die Genossenschaft eintreten, sagte Hogervorst. Neu sei der Zwischenstatus „Anwärter“, in dem ein Anlieferer bis zu zwei Jahre bleiben könne. In diesem Status sei er bereits besser gestellt als ein Nicht-Mitglied.

Die ab dem 1. Januar 2014 wirksamen Einschränkungen für Nicht-Mitglieder an der Uhr sehen so aus, dass ausgewählte Schnittblumen und Topfpflanzen nur noch von Mitgliedern und Anwärtern angeliefert werden dürfen. Bei gesuchten Produkten entfällt diese Einschränkung. Nach einem halben Jahr soll die Maßnahme evaluiert werden, sagte Hogervorst. Danach könnte sie eventuell auf alle Produkte ausgeweitet werden, soll aber weiterhin nur an den drei genannten Standorten greifen. Die Uhren in Bleiswijk und Eelde sowie an der Veiling Rhein-Maas in Herongen sind also nicht betroffen.

Hogervorst bezifferte den Anteil von Nicht-Mitgliedern an der Anlieferung auf etwa sechs Prozent, davon stamme jeweils etwa die Hälfte aus den Niederlanden und aus dem Ausland.

Zum Direktverkauf sagte Servaas van der Ven, Manager Connect bei FloraHolland, dass fast alle Gärtner diesen Absatzweg nutzen. Er rechnet damit, dass im kommenden Jahr – vielleicht zum Valentinstag – über alle Bereiche der Anteil des Direktverkaufes erstmals über dem der Uhr liegen wird. Dies sei ein historischer Wendepunkt, denn FloraHolland wandele sich damit von einer Veiling (Versteigerung) zu einer Handelsorganisation.

Die aktuelle FloraHolland Trade Fair spiegele die Entwicklung zum Direktverkauf wider: Die Gärtner befassten sich verstärkt mit Marketing und Warenpräsentation, der Verkauf werde professioneller. Liefen die Direktverkäufe früher über FloraHolland, seien es heute echte Direktgeschäfte zwischen Gärtner und Abnehmer.

Dadurch ändere sich die Rolle von FloraHolland – im Fokus der Vermarktungsorganisation stehen laut van der Ven heute Informationen, Events wie die Trade Fair, die Anbahnung von Kontakten sowie die Schaffung von Systemen für den elektronischen Handel.

Zu letztgenanntem Punkt beschrieb van der Ven das neue „FloraMondo“. Es handele sich um einen komplett virtuellen Marktplatz, in den nach und nach alle vorhandenen Systeme integriert werden sollen. Dies folge dem Trend zur Digitalisierung, solle den Handel insgesamt vereinfachen und auch dem Informationsaustausch und der Transparenz dienen. FloraMondo wird nach und nach aufgebaut, es startete zur Trade Fair mit dem Uhren-Vorverkauf (Presale) von Schnittblumen in Aalsmeer, gefolgt von Rijnsburg. Im Juni 2014 soll der elektronische Handel von Schnittblumen folgen, Anfang 2015 der Handel mit Topfpflanzen.

Ein Vorteil von FloraMondo sei das zentrale Shop-Management. Bisher konnte es passieren, dass ein Gärtner die selbe Ware über verschiedene Kanäle anbot und ein Käufer, der diese Kanäle ebenfalls nutzte, die Ware doppelt kaufte. Durch FloraMondo bekomme der Gärtner einen Überblick über seinen gesamten Absatz. Er könne die Ware beliebig auf die verschiedenen Kanäle und Kunden verteilen und so einen optimalen Absatz-Mix schaffen. Dies erhöhe die Effizienz der Vermarktung, sagte van der Ven. Das Shop-Management erlaube eine zentrale Abrechnung unabhängig von der Art der Transaktion. (dre)