Grüne Branche

FloraHolland: Jahresumsatz um drei Prozent gestiegen

Die niederländische Blumenversteigerung FloraHolland erzielte 2012 einen Gesamtumsatz von 4,4 Milliarden Euro. Das entspricht nach eigenen Angaben einem Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Unverändert nachgefragt: Blumen und Zierpflanzen, hier am Standort Eelde. Werkfoto

Dass der Umsatz trotz der aktuellen wirtschaftlichen Umstände zugenommen hat, resultiert laut FloraHolland aus einem Anstieg des Durchschnittspreises. Hingegen sei das umgesetzte Volumen mit 12,5 Milliarden Blumen und Pflanzen nahezu unverändert geblieben.

„Der europäische Verbraucher kauft weiterhin Blumen und Pflanzen und die niederländische Zierpflanzenbranche wahrt ihre starke Marktposition“, sagt Timo Huges, Geschäftsführer von FloraHolland. Zwar hätten nicht alle Produzenten von dem Preisanstieg profitiert, dennoch überwiege die Zufriedenheit bei den 5.000 Mitgliedern, so Huges.

Herausforderungen für die Versteigerung ergeben sich laut FloraHolland durch eine Veränderung der Absatzwege. So zeigen sich im Markt weitere und schnellere Verschiebungen vom Verkauf über die Versteigerung zum Direktverkauf über FloraHolland Connect.

Zwar werde der Direktabsatz weiter über FloraHolland verrechnet, dadurch kämen aber weniger Stapelwagen zur Versteigerung. Das wiederum bedeute laut FloraHolland weniger Logistikleistungen, für die auch weniger Arbeitskräfte erforderlich seien.

Deshalb arbeite die Versteigerung an Flexibilisierungslösungen, um die Arbeitskräfte an anderer Stelle des Unternehmens einsetzen zu können. Per Saldo führe dies zu einem Personalabbau, den die Versteigerung durch die natürliche Fluktuation auffangen möchte.

Darüber hinaus befinden sich auch Kosten und Einkünfte derzeit nicht im Gleichgewicht, so FloraHolland. Einnahmen und Ausgaben sollen daher in den kommenden Jahren so organisiert werden, dass Erträge über Dienstleistungen generiert werden, wo die Kosten dies zulassen.

FloraHolland will zudem Initiativen ergreifen, um das Versteigerungssystem technisch und wirtschaftlich attraktiver zu machen, da die Mitglieder die Versteigerungsmethode als essenzielles Absatzinstrument betrachten würden.

Ebenso entwickelt FloraHolland Dienstleistungen, die ihren Mitgliedern die „bestmögliche Verkaufsposition zu geringstmöglichen Kosten“ bieten sollen, heißt es. So werden etwa Konsortien mit verschiedenen Partnern aus der Handelskette gebildet, damit die Züchter gemeinsam mit Abnehmern und Endkunden eine bessere Rendite im Geschäft erzielen können.

Speziell für Floristen biete FloraHolland zudem über BloemistExclusief hochwertige und besondere Produkte an. Um diese auch online zur Verfügung stellen zu können, habe die Versteigerung eine Kooperation mit acht Großhandelsunternehmen geschaffen.

Auch auf internationaler Ebene entwickelt FloraHolland nach eigenen Angaben neue Dienstleistungen. So wurden die Fakturierungssysteme so geändert, dass die Züchter internationale Transaktionen auf Wunsch über die Versteigerung abschließen können.

Laut FloraHolland sollen einige Aufgaben und Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Branchenorganisationen, wie der Productschap Tuinbouw (PT) und der Hoofdbedrijfschap Agrar-Großhandel, übernommen werden – soweit das für ihre Mitglieder nützlich und notwendig sei.

So wurde von der Productschap Tuinbouw die Organisation der sogenannten Verbraucherpanels übernommen, anhand derer die Mitglieder und Kunden der Versteigerung auch weiterhin Kenntnisse über das Verbraucherverhalten in den wichtigsten Absatzstaaten erwerben könnten.

Daneben hat FloraHolland nach eigenen Angaben die Finanzierung der gemeinsamen Werbung für Blumen und Pflanzen übernommen und die Finanzierung produktspezifischer Werbemaßnahmen vereinfacht. (ts)