Grüne Branche

FloraHolland verordnet sich einen vorläufigen Baustopp

Die niederländische Blumenversteigerung FloraHolland hat sich einen vorläufigen Baustopp verordnet und will die Zahl der Mitarbeiter langfristig reduzieren. Nach eigenen Angaben sieht sie im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum von vier Prozent und führt dies vor allem auf eine positive Preisentwicklung zurück.

FloraHolland-Standort Aalsmeer. Werkfoto

Zwar gebe es große Unterschiede zwischen Produktgruppen, Absatzwegen und einzelnen Mitgliedern, doch insgesamt ein positives Bild. Das gelte auch für den niederländischen Zierpflanzensektor. Parallel finden bedeutende und schnelle Veränderungen statt, befindet FloraHolland in einer Presseinformation der vergangenen Woche. So kümmerten sich immer mehr Gärtner mit eigenen Aktionen selber um den Absatz ihrer Produkte.

Eine regelrechte Trendwende sei zu beobachten, eine Verschiebung weg von der Versteigerungsuhr hin zu mehr direktem Absatz. Auch kurzfristige Einflüsse seien zu beobachten, wie Wetterverhältnisse in Kenia, die den Schnittblumenmarkt beeinflussen, und ein recht enger Markt bei Topfpflanzen.

Alle Trends und Veränderungen am Markt machen Anpassungen notwendig, so die Versteigerung weiter. Zentrales Ziel bleibe aber, ein internationales Service-Netzwerk aufzubauen und die zentrale Position des niederländischen Zierpflanzensektors zu verstärken.

Konkret will FloraHolland im kommenden Jahr innovative Maßnahmen an der Uhr einleiten und auf die Kunden zugeschnittene Dienstleistungen über die Internetplattform Plant Connect anbieten. Ein weiterer virtueller Marktplatz soll entstehen, wo Kunden und Anbieter auch digital ihre Waren zueinander bringen. Er würde als zentraler Zugang zu Versteigerung und Direktverkauf dienen und für den Austausch von Angebot, Beständen und Aufträgen in der Lieferkette.

Die Gebührenstruktur soll sowohl bei Anbietern wie auch bei den Kunden angepasst werden, beispielsweise bei den Kunden ein harmonisiertes, stark vereinfachtes System von Versteigerungsgebühren wie bei den Servicegebühren, Transaktionstarifen und bei der Fernversteigerung (KOA Kopen op afstand).

Im Mitarbeiterbestand setzt FloraHolland auf die natürliche Fluktuation sowie besser angelernte und effektiver arbeitende Kräfte. Gleichzeitig werde eine Untersuchung den Gebäude- und Raumbedarf bei veränderter Marktsituation ermitteln. Bis zu deren Vorlage werde ein Baustopp verhängt.

In den kommenden Wochen will FloraHolland sich mit den Mitgliedern, den Mitarbeitern und Kunden über die weiteren nötigen Schritte verständigen. (fri)