Grüne Branche

FloraHolland: Vorstand und Aufsichtsrat verschmelzen

Um den Einfluss der Mitglieder zu stärken, wird die Genossenschaft Koninklijke Cooperatieve Bloemenveiling FloraHolland ihre Führungsstruktur und die entsprechenden Statuten ändern. Die Abstimmung über eine entsprechende gemeinsame Vorlage von Vorstand und Aufsichtsrat war der maßgebliche Tagesordnungspunkt bei der Allgemeinen Mitgliederversammlung (ALV) am 6. Juni 2013. 

Verkauf via Bildversteigerung, ein Motiv aus Aalsmeer. Foto: FloraHolland

Es waren 333 stimmberechtigte Mitglieder anwesend. 71 Prozent stimmten dem Vorschlag und gleichzeitig dem Jahresabschluss 2012 zu. Die für die Annahme des Vorschlages erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde damit erreicht.

Eine Konzeptgruppe hatte den Vorschlag ausgearbeitet. Kernstück ist, dass künftig der seitherige Vorstand (bestuur) und der bisherige Aufsichtsrat (Raad van Commissarissen, RvC) zu einem „neuen Aufsichtsrat“ verschmelzen. Dieses als Raad van Commissarissen bezeichnete Gremium kontrolliert das Direktorium. Bei der bisherigen Struktur kontrollierte der RvC den Vorstand und dieser das Direktorium, während künftig eine direkte Verbindung des neuen RvC zum Direktorium besteht.

Die Anpassung der Führungsstruktur war laut FloraHolland „erforderlich geworden, da in der Praxis anders gearbeitet wird, als in der Satzung beschrieben ist“. Die jetzt beschlossene neue Struktur sei „eine logische Folge der Verstärkung der Beratungsstruktur, welche im Jahr 2012 mit der Einrichtung von Produktkommissionen (FPC’s) und Beiräten einsetzte und den Einfluss der Mitglieder gewährleistet“. Der neue RvC beschließt über strategische und maßgebliche betriebliche Fragen, und er kontrolliert das Direktorium. Er soll auch in engem Kontakt stehen zu den Mitgliedern.

Nach Angabe des Vorstandsvorsitzenden Bernard Oosterom war das Ergebnis der Abstimmung „sehr wichtig für die Zukunft unserer Genossenschaft“. Die Mitglieder seien im Vorfeld ausführlich über die neue Struktur informiert worden, unter anderem auf zwölf Regionalversammlungen. Bis zur nächsten ALV im Dezember 2013 werde die Liste der Kandidaten für den neuen Aufsichtsrat fertiggestellt sein.

Die Empfehlungen der Konzeptgruppe enthielten unter anderem folgende Aspekte (Quelle: Pressemitteilung FloraHolland vom 30. Mai 2013):

  • Führungspraxis darf sich nicht von Inhalten der Satzungen und Vorschriften entfernen;
  • mit Einberufung von Kommissionen stärkt der Aufsichtsrat (RvC) die Reichweite seiner Arbeit;
  • Allgemeine Mitgliederversammlung (ALV) erhält eine „Notbremse“ gegenüber dem Aufsichtsrat;
  • Mitglieder können künftig schneller Tagesordnungspunkte in die Allgemeine Mitgliederversammlung einbringen;
  • gesteigerte Aufmerksamkeit für Schulung und Kaderbildung für aktive Mitglieder;
  • Mitgliedereinfluss innerhalb der Beiräte wird auf verschiedenen Wegen intensiviert;
  • neue Struktur wird nach ein oder zwei Jahren evaluiert.

Bei der Mitgliederversammlung am 6. Juni wurde auch über die Entwicklung der Verkaufsvorgänge diskutiert. Wenn FloraHolland im Jahr 2012 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro erreichte, so lag der Anteil des Verkaufs über die Versteigerungsuhr nur noch geringfügig höher als 50 Prozent.

Der Umsatz durch das Vermittlungsgeschäft (FloraHolland Connect) erreichte schon fast den Umsatz über die Versteigerungsuhr, während beispielsweise im Jahr 2010 noch 61 Prozent des Umsatzes auf den Verkäufen über die Uhr basierte (Connect = 39 Prozent).

Der Trend zum Vermittlungsgeschäft wirkt sich unter anderem auf die Abläufe und die Personalstärke aus, da das Vermittlungsgeschäft mit weniger Stapelwagen und weniger Personal als der Absatz über die Versteigerungsuhr abgewickelt werden kann.

Zugleich erfordert der Trend zum Vermittlungsgeschäft eine neue Kostenstruktur. Trotz des Trends zum Vermittlungsgeschäft sehen die FloraHolland-Mitglieder, dass die Uhr auch künftig ein fundamentales Instrument zum Absatz von Zierpflanzen (Schnittblumen, Topfpflanzen, Gehölze) ist. Gefragt seien Initiativen, um das System technisch und wirtschaftlich attraktiv zu halten und zu machen. (eh)