Grüne Branche

Florist-Tarife Ost: Verhandlungen abgebrochen

Die Floristik-Tarifverhandlungen Ost zwischen dem Fachverband Deutscher Floristen (FDF) und der Industriegewerkschaft Bauen–Agrar–Umwelt (IG BAU) wurden zunächst abgebrochen, teilt der FDF heute (30. Juli) mit. Beide Seiten waren sich laut FDF von vornherein der Schwierigkeit bewusst, einen einheitlichen Nenner im Lohntarif für die neuen Bundesländer zu finden. 

Nach den erfolgreich abgeschlossenen Tarifverhandlungen West und dem zum 1. Mai 2013 in Kraft getretenen neuen Entgelttarif in den alten Bundesländern, trafen sich Anfang Juli Tarif-Vertreter des FDF und der IG BAU zu Tarifverhandlungen Ost in Magdeburg. Mit dem Ergebnis, dass die Verhandlung am 3. Juli ergebnislos abgebrochen worden ist, so der FDF.

Dennoch seien sich die Arbeitgebervertretung der Floristen/FDF und die IG BAU ihrer Pflicht bewusst, die Tarife zwischen Ost und West langfristig anzugleichen. Das dies nur mit Kompromissen auf der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite funktionieren könne, sei den Beteiligten klar. Deshalb signalisierten beide Parteien, tragfähige Vorschläge zu erarbeiten und die Gespräche schnellstmöglich wieder aufzunehmen, heißt es.

Dem seitens der IG BAU vorgelegten Fünfstufen-Modell steht der FDF nach eigenen Angaben kritisch gegenüber, da es nur schwer möglich sei, wirtschaftliche Entwicklungen in der Branche für einen Zeitraum von fünf Jahren voraus zu sagen. Die FDF-Vertreter halten es deshalb für erforderlich, über kürzere Zeiträume zu verhandeln. Grundlegend müsse jedoch zunächst der Einstieg in eine tragfähige Eingangsstufe gestaltet und verhandelt werden.

Mit dem von beiden Seiten getragenen Ziel einer Lohngruppenanpassung Ost an West (Auflösung des alten Lohnrasters und Anpassung an Ecklohnraster West) hatte der FDF ein erstes Angebot vorgelegt, das laut Beschreibung im Durchschnitt aller Lohngruppen mit Einführung des Ecklohnes bei einer Erhöhung von über zehn Prozent für das erste Jahr lag. Das bedeute: für das erste Jahr sei mehr als das Doppelte vereinbart worden, was im Westen für insgesamt zwei Jahre Laufzeit abgestimmt wurde.

Wie die FDF-Tarif-Kommission deutlich macht, sei derzeit betriebswirtschaftlich wie unternehmerisch nicht der Zeitpunkt, Tarifverpflichtungen von mehr als zwei bis drei Jahren einzugehen. „Wir werden weiter an einer fairen und betriebswirtschaftlich realisierbaren Lohnerhöhung in den östlichen Bundesländern arbeiten“, kündigt FDF-Tarifexperte Robert Mankopf an, „nicht zuletzt um auch hier das Image für unsere Branche und den Berufsstand anzuheben.“ (ts)