Grüne Branche

Floristik-Bedarfsartikel: Außergewöhnliches gefragt

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Brancheninsider gehen davon aus, dass es rund 50 Händler für Floristik-Bedarfsartikel in Deutschland gibt. Die müssen sich etwas einfallen lassen, denn im Dekorations- und Geschenkbereich wünschen sich die Konsumenten das Außergewöhnliche abseits des Mainstreams. Solche Produkte zu beschaffen ist eine ständige Herausforderung.

Händler von Floristik-Bedarfsartikeln wie Claessen (im Bild die Macher des Unternehmens aus der Familie Miebach – Thomas, Stefan, Martin und Franziska) müssen sich für ihre Kunden aus dem Blumeneinzelhandel immer wieder Neues einfallen lassen. Foto: Claessen

Claessen: rund 40.000 Einzelprodukte für Floristen

„Früher traf sich die Branche auf den Messen, heute in China oder Indien“, meint Martin Miebach (Claessen, Köln). Bei nur wenigen Hauptlieferländern besteht natürlich die Gefahr der Einförmigkeit. Wobei auch das relativ ist, schließlich führt ein Unternehmen wie Claessen rund 40.000 Einzelprodukte, darunter dann natürlich viele Artikel, die exklusiv sind.

Exklusiv vor allem auch deshalb, weil so mancher Importeur vom Markt verschwunden ist und große Händler für Floristik-Bedarfsartikel verstärkt auf Direktimporte setzen.

Ein gutes Beispiel für solche Exklusivität ist eine Produktrange, die drei zur Florissima-Einkaufsgemeinschaft gehörende Unternehmen (Claessen, Köln; streckerhandelt, Renningen; Klocke, Porta Westfalica) in Marokko geordert haben. Das nordafrikanische Land gehört nicht zu den großen Lieferanten der Branche, gerade daher sind die Produkte (wie Schalen, Vasen, Gläser, Lampen oder Kleinmöbel) für den Blumeneinzelhandel von besonderem Reiz.

Orient-Style: vom Spezialgeschäft in den Blumeneinzelhandel

Armin Strecker spricht von „Handwerkskunst“ und von „Unikaten“, von „prachtvollen, aber gedeckten Farben“, die diese Produktpalette auszeichnet. In den Großstädten ist dieser Orient-Style, verkauft in Spezialgeschäften, schon länger populär.

Nun stehen diese Produkte auch dem Blumeneinzelhandel zur Verfügung. Wobei wichtig ist: Viele Kunden der genannten Großhändler betreiben ihre Geschäfte in Mittel- und Kleinstädten – dort hat der Orient-Style noch hohen Neuigkeitswert, die Floristen können eine Lücke schließen.

Während in den asiatischen Lieferländern von der Musterbestellung über die Order bis hin zur Logistik viele Abläufe eingespielt sind, war die Marokko-Lieferung ein orientalisches Abenteuer. Von immerhin 15 Lieferanten stammt die Ware, in der Regel kleine bis mittlere Manufakturen. Viel Aufwand also, der sich aber für Floristen lohnen kann.

Regionale Unterschiede beim Handel mit Floristik-Bedarfsartikeln

Berücksichtigt werden muss allerdings dabei, dass es beim Handel mit Dekorations- und Geschenkartikeln deutliche regionale Unterschiede gibt. Was im Rheinland läuft, das kann in Ostwestfalen ein Flop sein. Daher werden auch immer führende Floristen in den Entscheidungsprozess von Einkaufsgemeinschaften wie Florissima mit einbezogen.

Ebenso wichtig ist die Tatsache, dass Unternehmen wie Claessen und streckerhandelt durch ihre Präsenz auf den Blumengroßmärkten (Köln und Stuttgart) unmittelbaren Kontakt in die Floristen-Branche pflegen.