Grüne Branche

Floristik: Convenience auf dem Großmarkt

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Convenience lautet ein aktuelles Zauberwort auf den Blumengroßmärkten. Gemeint sind Fertig- oder Halbfertigprodukte, die dem Floristen zumindest einen Teil der gestalterisch-handwerklichen und somit Zeit kostenden Arbeit abnehmen.

Gülnaz Metin mit einem ihrer Hortensienkränze. Foto: Cordula Kropke/BGM Hamburg

Gleich an den Endkunden durchreichen lassen sich etwa Hortensienkränze, wie sie Gülnaz Metin, Anbieterin auf dem Blumengroßmarkt (BGM) Hamburg, offeriert. Seit einiger Zeit explodieren diese Convenience-Angebote auf den Blumengroßmärkten förmlich.

FDF empfiehlt Floristen wieder mehr Bundware

Der Bedarfshandel bietet Gefäße an, die fertig bepflanzt sind, die Pflanzenhändler dito. Jetzt im Herbst gibt es mit Borke beklebte Kränze, die nur noch einen letzten gestalterischen Schliff benötigen. Der Fachverband Deutscher Floristen (FDF) empfiehlt den Floristen, wieder mehr (durch Bänder und anderes aufgearbeitete) Bundware anzubieten.

Auf dem BGM Düsseldorf haben Floristen sogar Stände angemietet, wo sie Fertigsträuße im unteren Preissegment fertigen und verkaufen – der Blumeneinzelhandel muss nur noch das Preisschild anbringen. Alles einfach und bequem, mehr oder weniger zum Durchreichen.

Gilt individuelle Gestaltung nicht mehr als DAS Unterscheidungsmerkmal ausgebildeter Floristen?

Doch ist es nicht vielleicht zu einfach, zu bequem? Individuelle Gestaltung galt doch lange als DAS Unterscheidungsmerkmal ausgebildeter Floristen. Gilt dies heute nicht mehr, rücken die Floristen ab vom lange propagierten Königsweg, ordnet sich das Verhältnis zwischen Blumengroß- und Blumeneinzelhandel neu?

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