Floristik: erneuter Tarifstreit

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Die Verhandlungsparteien FDF und IG Bau haben sich erneut an einen Tisch gesetzt und die Verhandlungen aufgenommen. Foto: Amina Filkins/ Pexels

Zu ersten Sondierungsgesprächen für neue Tarifverträge in der Floristik trafen sich auf Arbeitgeberseite der Fachverband Deutscher Floristen (FDF) und die Arbeitnehmergewerkschaft IG Bau. Die Vorstellungen beider Parteien liegen nach der ersten Verhandlungsrunde demnach noch sehr weit auseinander.

Vorstellungen liegen weit auseinander

Bereits im vergangenen Jahr entbrannte ein Tarifstreit zwischen den Verhandlungspartnern, der nach zähen Verhandlungen aber beigelegt und eine Einigung erzielt werden konnte. Dieser Tarifvertrag laufe nun aus, so dass sich der FDF und die IG Bau erneut zu ersten Sondierungsgesprächen an einen Tisch setzten. Wie beide Verhandlungspartner mitteilten, liegen die jeweiligen Vorstellungen allerdings noch weit auseinander. Zentrale Ziele der IG Bau seien es demnach die Branche aus dem Niedriglohnbereich zu bekommen und eine Angleichung der Entgelte der Bereiche Ost und West. Auf Seiten des FDF wolle man Arbeitsplätze erhalten und diese durch realisierbare Löhne wertschätzen.

Anpassung an Mindestlohn gefordert

Wie die IG Bau mitteilt, strebe man einen Branchenmindestlohn von 13 Euro pro Stunde an, was eine Lohnsteigerung in der untersten Entgeltgruppe um 497 Euro auf einen Monatslohn von 2.197 Euro bedeute. Diese Steigerung solle als Erhöhung aller Entgeltgruppen um eben diesen Festbetrag von 497 Euro monatlich gelten. Auch bei den Ausbildungsvergütungen fordert die IG Bau Anhebungen der Löhne, demnach solle die Vergütung im ersten Lehrjahr 850 Euro pro Monat, im zweiten Lehrjahr 950 Euro pro Monat und im letzten Jahr 1.150 Euro monatlich betragen. Weiterhin fordert die Gewerkschaft eine Anpassung der Entgeltgruppen an den ab Oktober geltenden Mindestlohn von 12 Euro. Hier wird auf die aktuellen Entgeltgruppen verwiesen, und dass diese im Osten allesamt unter den 12 Euro liegen, im Westen liegen immerhin noch vier von sechs Entgeltgruppen darunter.

Zentrale Positionen des FDF

Laut IG Bau habe der FDF den konkreten Vorschlag unterbreitet, das Eckentgelt um 5 bis 7 Prozent zu erhöhen, was einem Stundenlohn von 12,50 Euro gleichkommt. „Gerade mit Blick auf den zunehmenden Konkurrenzdruck durch den Lebensmitteleinzelhandel in der Vermarktung von Blumen und Pflanzen, in Anbetracht der Kaufzurückhaltung der Kunden in Folge von Preissteigerungen, Inflationsraten und Ukraine-Krieg ist es unser Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten und unsere Mitarbeiter*innen mit fairen und durch die Arbeitgeber realisierbaren Löhnen wertzuschätzen", erklärt FDF-Tarifkommissionsleiter Kai Jentsch die Ziele des Verbandes. Den Vorschlag des FDF lehnte die IG Bau ausdrücklich ab. Die nächste Runde der Tarifverhandlungen stehe demnach am 28. Juni 2022 an.

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