Floristik: Tarifverhandlungen vertagt

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Nach den ersten Sondierungsgeprächen brachte auch die erste Verhandlungsrunde noch keine Einigung zwischen den Tarifverhandlungsparteien. Foto: Anna Shvets/ Pexels

Die Tarifkommissionen vom Fachverband Deutscher Floristen (FDF) und der Arbeitnehmergewerkschaft IG Bau saßen Ende Juni erneut an einem Tisch. Beim Tarif West konnte man sich annähern, der Tarif Ost sorgt weiterhin für Streit, so dass die Verhandlungen ergebnislos vertagt wurden.

Annährung bei Tarif West

Nach dem ersten Sondierungsgespräch und zunächst weit auseinanderliegenden Vorstellungen, trafen sich die Verhandlungsparteien am 28. Juni 2022 zur offiziellen ersten Verhandlungsrunde. Laut IG Bau habe der FDF ein erstes Angebot unterbreitet. Demnach schlage der Fachverband für den Ecklohn A3 ab 1. Juli 2022 eine Erhöhung auf 2.160 Euro (12,78 Euro/ Stunde) und ab 1. Juli 2023 auf 2.203,20 Euro (13,03 Euro/ Stunde) vor, was einer Lohnerhöhung von zehn Prozent auf zwei Jahre gleichkommt. Der Gegenvorschlag der IG Bau sieht eine Lohnsteigerung im Tarif West in den Lohngruppen A1 und A2 auf 2.160 Euro vor, bei den Gruppen A3 (Ecklohn) solle die Entlohnung um 17 Prozent, in den Tarifgruppen A4 und A5 um 17,77 Prozent jeweils auf zwei Jahre steigen.

Tarif Ost sorgt für Diskrepanzen

Wie die IG Bau weiter bekannt gab, habe der FDF für den Tarif Ost den Vorschlag gemacht, die Löhne der Tarifgruppe A1 und A2 auf 12,05 Euro pro Stunde, den Ecklohn A3 auf 12,10 Euro die Stunde, A4 auf 12,20 Euro die Stunde und A5 auf 12,30 Euro die Stunde anzuheben. „Den Vorschlag für den TV-Ost hat die IG Bau Tarifkommission entschieden und scharf zurückgewiesen. Außerdem wurde transparent kommuniziert, dass ein Abschluss in diesen Sphären gar nicht erst angestrebt werden kann“, heißt es in einer Meldung der Arbeitnehmergewerkschaft. Demnach strebe man an, dass Facharbeiter in der Eckentgeltgruppe einen spürbaren Unterschied zum gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro verdienen sollten. Ein Branchenmindestlohn werde angestrebt.

Tarifverhandlungen vertagt

Im Durchschnitt biete der FDF eine Steigerung der Entgelte um rund 11 Prozent über zwei Jahre an, der Vorschlag der IG Bau liegt durchschnittlich bei einer Lohnerhöhung von rund 19 Prozent auf zwei Jahre. Um die Branche attraktiv für den Nachwuchs zu gestalten, strebe man außerdem eine Anpassung der Auszubildendenvergütung im 3. Jahr von mindestens 1.000 Euro an. Nachdem die Vorstellungen, insbesondere beim Tarif Ost noch weit auseinanderliegen, wurden die Verhandlungen ergebnislos vertagt und ein neuer Termin für die nächste Verhandlungsrunde am 11. Juli 2022 in Gelsenkirchen fixiert.