Grüne Branche

Floristische Demonstration auf der Bundesgartenschau Gera-Ronneburg: Offene Werkstatt für Trauerfloristik

„Manchmal ist eine Trauerfeier wie eine Hochzeit“ – ungewöhnliche Worte von einer, die es wissen muss. Floristin Karin Barthels aus Hamburg erlebt es nämllich so und nicht anders in ihrer täglichen Arbeit, denn sie geht neue und wohl auch durchaus manchmal ungewöhnliche Wege in der Trauerfloristik. Mit Erfolg.

Diese Erfahrungen gibt sie gern an andere weiter. Dabei sucht sie ganz aktiv das Gespräch mit den Kunden. So auch am vergangenen Wochenende auf der Bundesgartenschau in Gera-Ronneburg. „Blumen trösten, wenn Worte fehlen“: Zusammen mit Floristinnen aus Thüringen war eine offene Werkstatt im Park der Villa Jahr der Anlaufpunkt für viele Besucher. Die floristischen Demonstrationen wurden von der Münchner Floristmeisterin Anna Lindner, unterstützt von Karin Barthels, moderiert. Ihre Fachkompetenz, ihr Einfühlungsvermögen in das sensible Thema und ihr Wissen um die gestalterischen Möglichkeiten mit Blumen auszudrücken, was mit Worten schwer fällt, haben sie weit über die Branche hinaus bekannt gemacht. Ganz bewusst hatten die Veranstalter, unter ihnen federführend der Fachverband deutscher Floristen, dieses Wochenende gewählt, denn parallel zu den floristischen Demonstrationen zeigten die Friedhofsgärtner ihre Grabbepflanzungen mit dem neuen Sommerflor. Im Schatten alter Bäume konnten die Besucher so außerdem ihre Fragen zur gärtnerischen Grabgestaltung loswerden. Die floristischen Veranstaltungen und der Ausstellungsteil Grabgestaltung und Grabmal ergänzten sich damit auf harmonische Weise. Unter einem Schatten spendenden Pavillon entstanden sehr viele schöne floristische Werkstücke mit Leben. Hier Moderatorin, dort Publikum – ganz bewusst hatten die engagierten Initiatiorinnen diese Trennung aufgehoben. Es gab kein Podium, sondern das Gespräch miteinander ohne Distanz. Immer wieder ging Anna Lindner auf die Besucher zu, unterhielt sich mit ihnen, hörte sich ihre Erfahrungen und Geschichten an. „Distanz und Vorbehalte sind eher in Hinsicht auf das Thema Trauerfloristik ansich zu spüren“, so Karin Barthels. Und ohne Pause schließe sich die Frage an „Wo kann ich denn das kaufen?“. „Kommen Sie mit auf einen Spaziergang durch die Werkstücke“, sanft klingen die Worte von Anna Lindner durch das Mikrofon, und schon erklärt sie wieder die Farben in ihrer Symbolik und die Sprache der Blumen. Mehr zur Floristik und den einzelnen Werkstücken in der Juliausgabe von gestalten & verkaufen.