Grüne Branche

Floritray: „Wir schaffen ein komplett neues Mehrwegsystem“

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Plastik im Gartenbau – ein Thema, dass die Grüne Branche derzeit intensiv beschäftigt. Unter anderem stellen viele Gärtner die Frage, warum Landgard mit Floritray ein neues Mehrwegsystem auf den Markt bringen möchte, obwohl sich das bestehende System der Palettinos in Deutschland seit Jahrzehnten bewährt hat? Wir fragten dazu bei Franz-Willi Honnen, Geschäftsführer der Floritray GmbH, nach.

„Auch das beste Mehrwegsystem ist ab einer bestimmten Entfernung zwischen den einzelnen Marktteilnehmern ökologisch und ökonomisch nicht mehr sinnvoll zu betreiben“, sagt Franz-Willi Honnen, Geschäftsführer der Floritray GmbH. Foto: Landgard/Veiling Rhein-Maas

Welche Gründe sprachen damals für Landgard dafür, aus dem Palettino-System auszusteigen?

Ausschlaggebend für den Ausstieg aus dem System war vor allem, dass bei den Palettinos nie eine wirklich funktionierende Kreislaufwirtschaft und Kundenakzeptanz entstanden ist. Nicht zuletzt, weil sie von einigen Teilnehmern in der Prozesskette nicht beziehungsweise irgendwann nicht mehr akzeptiert wurden. Da das vor allem größere Marktteilnehmer waren, konnten sich die Palettinos nie flächendeckend durchsetzen und haben so – auch für Landgard – immer mehr an Bedeutung verloren.

Wahrscheinlich hat es sich bei Palettino langfristig sehr nachteilig ausgewirkt, dass speziell große Kunden nicht in die Entwicklung des Mehrwegsystems eingebunden waren und schlichtweg die Bedürfnisse aller Teilnehmer der Prozesskette einfach nicht berücksichtigt wurden.

Was hat sich zwischenzeitlich geändert, sodass Ihr Unternehmen nun ein eigenes Mehrwegsystem auf den Markt bringt?

Wir brauchen einfach möglichst viele Marktteilnehmer für ein funktionierendes Mehrwegsystem. Was sich zusätzlich nachhaltig geändert hat, ist die Einstellung zum Thema Kunststoff im Einweg oder Mehrweg. Dadurch ist der Druck auch auf die Grüne Branche, aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes Plastik bei der Transport- und Verkaufsverpackung zu vermeiden beziehungsweise zu verringern, im Verlauf der letzten Jahre einfach größer geworden. Auch durch den Gesetzgeber in Form des neuen Verpackungsgesetzes und der EU-Verordnung, aber auch durch NGOs und nicht zuletzt auch direkt aus der Branche heraus in Form von Selbstverpflichtungen einzelner Unternehmen wie Landgard.

Daher haben Landgard und Floritray jetzt unter Einbezug möglichst vieler Systemteilnehmer – Blumen- und Pflanzen-Produzenten, Großhandel und Einzelhandel, Fachhandelskunden und Kunden aus allen filialisierten Bereichen – den Aufbau eines geschlossenen Produktkreislaufs für Mehrwegtrays initiiert.

Wird es weiterhin, etwa für eine Übergangszeit, Einwegtrays geben?

Es wird zunächst immer einen gewissen Anteil an Einwegtrays im Markt geben, daran wird sich wohl auch nach der Einführung von Floritray nichts ändern. Auch das beste Mehrwegsystem ist ab einer bestimmten Entfernung zwischen den einzelnen Marktteilnehmern ökologisch und ökonomisch nicht mehr sinnvoll zu betreiben. Das zeigen auch die Ergebnisse einer 2017 veröffentlichten Studie des Fraunhofer Institutes zur ökologischen Bewertung von Einweg- und Mehrwegpaletten, die Grundlage der Entwicklung des Floritray Mehrwegsystems war.

Ein weiterer Grund für die Weiterexistenz von Einwegtrays ist, dass einzelne davon nur in so geringer Stückzahl hergestellt werden, dass der Umstieg auf ein Mehrwegsystem bei diesen Anwendungsfällen wirtschaftlich nicht vertretbar ist.

Mehr zum geplanten neuen Mehrwegsystem lesen Sie in der TASPO 30/2019, die in unserem Online-Shop abrufbar ist. Dort erfahren Sie außerdem, warum Mehrwegsysteme auch so ihre Tücken haben können und wie Diebe versuchen, sich die Taschen auf illegale Weise durch „Klau“ und Wiedereinspeisen ins Poolsystem voll zu machen.