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Flower Trials 2012: Wilde und natürliche Ausstrahlung bei KP Holland

Kennen Sie Taranta? Wer Papageien mag, hat vielleicht schon von Agapornis taranta gehört. Es ist eine im Hochland Äthiopiens beheimatete Bergpapageienart, benannt nach dem Taranta-Pass in diesem ostafrikanischen Land. Taranta ist auch die Bezeichnung einer ungewöhnlichen neuen Kalanchoe-Serie. KP Holland hat sie bei den Flower Trials ins Blickfeld gerückt. Die Großgärtnerei mit Hauptsitz in Naaldwijk und Ausrichtung auf Kalanchoe, Anthurien, Spathiphyllum und Curcuma beteiligte sich dieses Jahr erstmals an den Flower Trials.

Gefüllte Blüten und Knospen, größer als bei üblichen Kalanchoe. Dies ist die eine Besonderheit der Taranta. Auch im knospigen Zustand zeigen diese Pflanzen viel Farbe und sehen daher attraktiv aus. Als weiteres Unterscheidungsmerkmal gilt das eichenblattförmige Laub, ähnlich demjenigen eines Geweihfarns. Das Unternehmen bezeichnete dies als „wilde und natürliche Ausstrahlung”. Sechs Blütenfarben sind verfügbar: Rot, Gelb, Orange, Rosa, Lila, Weiß.

Wie Leo de Vries, Marketingmanager bei KP Holland, anmerkte, ist es keine Kalanchoe blossfeldiana. Kulturtechnisch sei Taranta aber weitgehend identisch mit den Blossfeldiana. Ganzjahresanbau wäre möglich, die Reaktionszeiten entsprechen denen anderer Kalanchoe-Sorten. Das Öffnen der Knospen erstreckt sich je nach Temperatur über ein bis zwei Wochen. Danach halten die jeweiligen Blüten bis zu sechs Wochen, hieß es. Verfügbar sind die Taranta derzeit als Minis in 7er-Töpfen und als Normalpflanzen im 12er-Topf, ferner in Schalen (23er-Schale mit sechs Pflanzen). Bei den gezeigten Minis waren die Blätter weniger gebuchtet als bei den Exemplaren im 12er-Topf.

Im Jahr 2011 befanden sich von den Taranta kleine Mengen testweise am Markt. Seit Januar 2012 sind größere Mengen verfügbar, auch in Deutschland. Die Vermarktung erfolgt hauptsächlich über FloraHolland Connect. Dort zählte Taranta auch zu den Plant Primeurs. Eine Internetseite zu den Taranta-Kalanchoe ist auf Verbraucherinformationen ausgerichtet.

Was die Farben angeht, so erreicht die weiße Variante laut Leo de Vries etwa 25 Prozent und damit den höchsten Anteil, gefolgt von rosa und rot (15 bis 20 Prozent). Im Herbst wären die gelbe und die orange Variante besonders wichtig, zu Weihnachten die roten. Der hohe Anteil der Weißen hängt damit zusammen, dass viele Taranta nach Skandinavien geliefert werden.

Seit längerem spielen bei KP Holland die gefüllt blühenden Kalanchoe der Kollektion Rosalina eine wichtige Rolle. Hierzu wurden zwei neue Sorten herausgestellt, nämlich die hellrosa ‘Don Nando’ und die dunkelrosa ‘Don Geraldo’. Zu den Merkmalen zählen der Blütenreichtum, kompakter Pflanzenaufbau, kleine Blätter und dunkle Laubfarbe. Angekündigt wurde eine gelbe ‘Don Sanchez’. Sie sei zu Ostern 2013 verfügbar. Eine weitere künftige Sorte wäre die zweifarbige ‘Don Vidal’ mit orangen Streifen.

Curcuma, der Safranwurz aus der Familie der Ingwergewächse, zählt zwar nicht zu den marktwichtigsten Topfpflanzen, bei KP Holland allerdings ist dies eine der Hauptkulturen. Dementsprechend sieht sich das Naaldwijker Unternehmen auch als „Curcuma-Spezialist”. Die betreffenden Curcuma haben den Markennamen Siam, weil die Rhizome aus Thailand kommen. Zu den Flower Trials stellte das Naadwijker Unternehmen zahlreiche neue Sorten vor, die teils noch nicht lieferbar sind. So ragte eine Curcuma mit mittelrosa Blüten und dunkelrosa Spitzen heraus. Sie war kompakter als die anderen. Auch wurde eine als Sitrine bezeichnete Curcuma mit gelben Blüten gezeigt. Zu den Siam-Curcuma gibt es eine auf Verbraucherinformationen ausgerichtete Website.

’Crystal Cupido’ heißt eine besondere Spathiphyllum-Sorte, die im Februar 2012 eingeführt wurde und bei den Flower Trials in den Fokus rückte. Dies deshalb, weil es eine Spathiphyllum mit sterilen und damit pollenfreien Blüten ist. Zudem hat sie auffallend große Blumen sowie große Kolben. Die Crystal Cupido wurden kontrolliert auf den Markt gebracht, die Jungpflanzen also nur an ausgewählte Betriebe abgegeben.

KP Holland fungiert als Züchtungshaus, Jungpflanzenanbieter und Fertigpflanzenproduzent, spezialisiert auf Kalanchoe, Anthurien, Spathiphyllum und Curcuma. Das von Jan van der Knaap im Jahr 1950 gegründete Unternehmen versteht sich als Familienbetrieb mit über 120 Mitarbeitern. Die auf einzelne Kulturen konzentrierten, weitgehend automatisierten fünf Produktionsstandorte befinden sich im Westland, und zwar in Naaldwijk (drei Standorte), De Lier und Maasland. Die Stecklingsproduktion erfolgt teilweise in Uganda. (eh)