Grüne Branche

Flusilazol: Abverkaufs- und Aufbrauchfrist korrigiert

Korrigiert hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Angaben zur Abverkaufs- und Aufbrauchsfrist für Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Flusilazol, deren Zulassung widerrufen wurde. So hat das BVL nach eigenen Angaben nach nochmaliger Prüfung festgestellt, dass die von der EU-Kommission vorgegebenen Abverkaufs- und Aufbrauchfristen nach deutschem Recht nicht umgesetzt werden können. 

Laut Pflanzenschutzgesetz ist für diese Fristen der Tag des Endes der Zulassung maßgeblich. Damit seien die vom BVL ursprünglich Mitte September 2013 genannten Fristen hinfällig. Für die vom Widerruf des Wirkstoff Flusilazol betroffenen Mittel Capitan, Charisma und Harvesa nennt das BVL nun eine gesetzliche Abverkaufsfrist bis zum 31. März 2014 und die Aufbrauchfrist bis zum 31. März 2015. Der Widerruf gilt mit denselben Fristen automatisch auch für die zugehörigen Parallelhandelsmittel.

Der Wirkstoff Flusilazol war im Dezember 2006 mit einer Richtlinie der EU-Kommission in die Liste der in Pflanzenschutzmitteln zulässigen Wirkstoffe aufgenommen worden, und zwar befristet bis Juni 2008. Aufgrund einer Klage hatte das Europäische Gericht Erster Instanz diese Befristung bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache ausgesetzt. Diese Entscheidung liegt nun vor: Mit dem Urteil T-31/07 vom 12. April 2013 hat das Gericht die Klage abgewiesen. Damit ist Flusilazol in der EU nicht mehr als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln zulässig.

Wie das BVL gegenüber der TASPO zu den Hintergründen erläuterte, ist Flusilazol eingestuft als karzinogen der Kategorie 2 (entspricht Kat. 3 des alten Systems) und reproduktionstoxisch der Kategorie 1B (entspricht Kat. 2 des alten Systems). Wirkstoffe mit einer Einstufung als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B können nach der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 nicht mehr als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln genehmigt werden.

Die Entscheidung von 2006 fiel aber noch unter die alte Richtlinie 91/414/EWG. Seinerzeit stellte diese Einstufung noch kein Ausschlusskriterium dar. Weil es bei Flusilazol aber neben der genannten Einstufung noch weitere Bedenken wegen der toxischen Wirkungen und offene Fragen gab, hat die EU-Kommission die Genehmigung (damals noch „Anhang-I-Aufnahme”) nicht für die übliche Frist von 10 Jahren erteilt, sondern nur für 18 Monate und überdies mit starken Beschränkungen versehen. Die Befristung auf 18 Monate war dann, wie erwähnt, aufgrund eines Gerichtsbeschlusses bis dieses Jahr ausgesetzt. (hlw)