Grüne Branche

Flut hinterlässt Millionen-Schäden

Während die Hochwasser-Situation in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg weiter anhält, befindet sich das Wasser im Süden des Landes auf dem Rückzug. Im Zuge dessen gab das bayerische Landwirtschaftsministerium am 10. Juni bekannt, dass die durch Hochwasser und Starkregen im Bundesland verursachten Schäden für Land- und Forstwirtschaft sich insgesamt auf einen aktuellen Schätzwert von rund 115 Millionen Euro belaufen. 

Landesweit seien rund 65.000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen und knapp 2.500 Hektar gartenbauliche Kulturen betroffen, sagte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in München. Rund die Hälfte des Gesamtschadens ordnet das Ministerium in Mitleidenschaft gezogenen Betriebsgebäuden, Maschinen sowie land- und forstwirtschaftlichen Wegen und Brücken zu.

Betroffen von extremen Verwüstungen ist vor allem Niederbayern in den Landkreisen Deggendorf, Passau und Straubing. Hier könne aufgrund der vergangenen Starkregenfälle und der in diesem Zuge örtlich gestiegenen Grundwasserstände im Grunde von einer flächigen Auswirkung der Wetterextreme gesprochen werden, sagte Markus Göttl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Landshut auf Anfrage der TASPO.

Wie viel von der insgesamt 5.500 Hektar umfassenden Gemüseanbaufläche in der Region dabei gänzlich unter Wasser gestanden habe, lasse sich derzeit noch nicht genau sagen, doch das Ausmaß dürfte dramatisch sein, schätzt er. Allein im Vilstal, einem traditionellen Gemüseanbaugebiet, gäbe es zahlreiche Betriebe. Ebenfalls traditionell sei für die meisten Unternehmen in Überschwemmungsgebieten kein Versicherungsschutz möglich.

Auf rund 20 Millionen Euro schätzt das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umweltschutz und Naturschutz den Gesamtschaden für Land- und Forstwirtschaft im Freistaat vorerst. Betriebe in Thüringen sind zum Teil in ihrer Existenz bedroht. Noch nicht absehbar sind die Folgen des Hochwassers in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Schlimme Schäden durch Überflutung habe es laut Information beispielsweise im Raum Jessen, Wittenberg und oberhalb von Magdeburg gegeben. Genaueres dazu werde sich in der kommenden Woche sagen lassen. (ks)

Eine ausführliche Bilanz der durch das Hochwasser entstandenen Schäden in den betroffenen Bundesländern finden Sie in der aktuellen TASPO 24/13.