Flutkatastrophe: Hilfen für betroffene Floristen und Gärtner

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Das Hochwasser richtete unter anderem im rheinland-pfälzischen Schuld im oberen Ahrtal immense Schäden an. Foto: Benjamin Westhoff (benjamin-westhoff.de)

Steigende Todeszahlen, zahlreiche Verletzte und Vermisste sowie Menschen, die ihr Hab und Gut von heute auf morgen verloren haben – die Folgen des Starkregens in NRW und Rheinland-Pfalz, in Bayern und Sachsen sind verheerend. Nach ersten Einschätzungen der Gartenbau-Versicherung kam der Gartenbau wohl relativ glimpflich davon, obgleich bei einzelnen Betrieben die Schäden durch das Hochwasser erheblich sind. Zudem sind noch weitere Meldungen wegen ausgefallener Kommunikationsnetze möglich.

g&v möchte betroffenen Floristen und Einzelhandelsgärtnereien helfen

Die g&v möchte einen Teil dazu beitragen, diese Krise zu bewältigen und Geschädigten in der Branche helfen, ihren Betrieb schnell wieder aufzubauen. Daher veröffentlichen wir für alle betroffenen Floristen und Einzelhandelsgärtnereien kostenlos Angebote und Gesuche, die im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe stehen. Wer Unterstützung in Form von Ladeneinrichtung, Ersatz beschädigter Ware oder persönlicher Hilfe benötigt, kann sich bis auf weiteres mit Johanna Zeiser aus unserem Sales-Team in Verbindung setzen – per E-Mail oder telefonisch unter +49 (0)531 38004-31.

SVLFG bietet Versicherten zinslose Stundung von Beiträgen an

Unterstützung für Betroffene des Hochwassers haben darüber hinaus auch verschiedene Unternehmen und Institutionen der Branche signalisiert. So bietet beispielsweise die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ihren Versicherten in den betroffenen Gebieten an, alle fälligen Beiträge bis zum 14. September zinslos zu stunden. Für die Inanspruchnahme reicht demnach ein formloser Antrag an alle bekannten Anschriften, per E-Mail an die SVLFG oder telefonisch unter 0561 785-2044.

Hornbach und Hellweg gewähren Sonderrabatt für Hochwasser-Geschädigte

Unbürokratisch Hilfe leisten wollen auch die Baumarktketten Hellweg und Hornbach. Wie die Hornbach Baumarkt AG bereits am Freitag mitteilte, will das Unternehmen den Hochwasser-Geschädigten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, in Österreich, Luxemburg und den Niederlanden mit einem Preisnachlass von 20 Prozent auf das gesamte Sortiment unter die Arme greifen. Dieser wird den vom Hochwasser geschädigten Kunden nach Unternehmensangaben ab sofort und voraussichtlich bis zum 14. August in ausgewählten Hornbach Bau- und Gartenmärkten gewährt – sogar rückwirkend, wenn die Betroffenen bereits vor Aktionsbeginn am 16. Juli Ware gekauft oder bestellt haben, so Hornbach.

„Wir sind als Unternehmen, welches in den Regionen tief verwurzelt ist, sehr betroffen von dem persönlichen Leid und dem materiellen, in vielen Fällen existenziellen Schaden, den viele Betroffene durch das Hochwasser erleiden mussten. Daher möchten wir den Menschen vor Ort schnell und unbürokratisch helfen“, erklärt Erich Harsch, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Baumarkt AG. Betroffene benötigen demnach als Nachweis in ihrem Hornbach-Markt lediglich ihren Ausweis sowie ein ausgefülltes Meldeformular mit der behördlichen Schadensbestätigung ihrer Kommunalverwaltung, Feuerwehr oder Polizeidienstelle. Weitere Informationen dazu sind unter anderem auf den Hornbach-Websites für Deutschland, Luxemburg und die Niederlande zu finden.

Einen Sonderrabatt in Höhe von 20 Prozent bietet auch Hellweg seinen unmittelbar vom Hochwasser betroffenen Kunden an. Gewährt wird der Preisnachlass den Angaben zufolge bis zum 31. Juli auf vorrätige Artikel in haushaltsüblichen Mengen, die benötigt werden, um Hochwasserschäden zu beheben und zu verhindern. Als Nachweis reiche in den jeweiligen Bau- und Gartenmärkten die Vorlage des Personalausweises sowie ein Foto des Schadens aus, erklärt das Familienunternehmen. „Mit dem Hochwasser-Rabatt in Höhe von 20 Prozent für Betroffene möchten wir schnelle und unbürokratische Hilfe leisten. Unser größtes Anliegen ist es jetzt, alle, die vom Hochwasser geschädigt worden sind, bei den Aufräumarbeiten bestmöglich mit den dringend benötigten Materialien zu unterstützen“, so Unternehmenssprecherin Catherina Tamler. Hellweg sorge mit Hochdruck dafür, dass alle Artikel auf Lager sind, die kurzfristig gebraucht werden – „von Gummistiefeln über Wasserpumpen bis zu sämtlichem Werkzeug und Material, das für die Behebung der Schäden benötigt wird“, so Tamler.

Floramedia spendet Budget für traditionellen Kundenkalender

Das in Stuttgart ansässige Kommunikationsunternehmen Floramedia hat sich nach eigenen Angaben spontan dazu entschlossen, das Budget für seinen jährlich erscheinenden Kundenkalender an die Opfer der Flutkatastrophe zu spenden. Laut dem Unternehmen leben und arbeiten viele seiner Kunden in den Hochwassergebieten und seien geschäftlich wie auch privat betroffen. Daher hat sich Floramedia entschieden, den großformatigen Kalender, der traditionell am Jahresende zusammen mit Weihnachts- und Neujahrswünschen an alle Kunden überreicht wird, in diesem Jahr nicht zu produzieren. Stattdessen sollen die gesamten Druck- und Aufwandskosten direkt an die „Aktion Deutschland hilft“ gespendet werden. „Wir wissen, dass viele unserer Kunden sich sehr auf den jährlichen Kalender freuen, dass sie aber genau wie wir zugunsten der Opfer darauf verzichten und wir so auch in ihrem Sinne handeln. Deswegen brechen wir mit einer mittlerweile schon zehnjährigen Tradition, sind aber fest davon überzeugt, dass das Geld so besser investiert, ist“, erklärt Geschäftsführer Marco Schmitt.

Gardena spendet Pumpen und Zubehör zur Selbsthilfe

Insgesamt 200 Pumpen plus Zubehör als Soforthilfe für betroffene Anwohner in den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands hat dagegen der Gartengeräte-Hersteller Gardena gespendet. Hinzu kamen nach Unternehmensangaben über 100 Schneewannen, Schnee- sowie Wasserschieber zur Beseitigung des Schlamms, die am vergangenen Freitagabend auf einen Lkw geladen und anschließend auf den Weg gebracht wurden. „Angesichts des Ausmaßes der Überflutungen sind die von uns gespendeten Pumpen sicher nur ein kleiner Beitrag. Dennoch hoffen wir, dass sie sich für viele Familien als eine Unterstützung in der Not herausstellen werden“, so Unternehmenssprecher Heribert Wettels. Die Pumpen wurden demnach den verantwortlichen Krisenstäben in Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis) sowie in Euskirchen übergeben, wo sie Gardena zufolge vor allem an diejenigen Bürger zur Selbsthilfe gegeben werden sollen, denen Feuerwehr und Technisches Hilfswerk aufgrund der Vielzahl der Einsätze nicht sofort weiterhelfen konnten. (ds)

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