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Förderbilanz der Rentenbank: Niedrige Zinsen und günstiges Investitionsklima

Ihre Förderbilanz des Geschäftsjahres 2011 veröffentlicht hat die Landwirtschaftliche Rentenbank. Trotz anhaltender Finanzmarktkrise verzeichnet die Bank eine positive Förderbilanz. Das gesamte Neugeschäft der Rentenbank summierte sich 2011 auf 11,9 (Vorjahr: 12,2) Milliarden Euro. Davon entfielen 6,3 Milliarden Euro (6,0) auf die besonders zinsgünstigen Programmkredite, 1,8 Milliarden Euro (1,9) auf allgemeine Förderkredite und 3,8 Milliarden Euro (4,3) auf verbriefte Finanzierungen. Am Jahresultimo erreichte das Fördervolumen in der Bilanz 66,7 Milliarden Euro (66,5). Der Anteil der Programmkredite am Fördervolumen stieg deutlich auf 40 Prozent (35). 

Nachgefragt waren 2011 Kredite für Biogas- und Windkraftanlagen. Foto: Doc RaBe/Fotolia

Besonders gefragt waren 2011 zinsgünstige Finanzierungen im Bereich erneuerbarer Energien sowie öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen.
Zur Verbilligung der Programmkredite setzte die Förderbank eigene Erträge von 73 Millionen Euro (79) ein. Der Bilanzgewinn von 12,3 Millionen Euro wird für Förderzwecke verwendet, so die Angaben. Einschließlich der aus Erträgen der Bank finanzierten Kapitalaufstockung der Edmund Rehwinkel-Stiftung in Höhe von 2,7 Millionen Euro summieren sich die für Förderzwecke ausgeschütteten Erträge (Förderdividende) 2011 auf rund 88 Millionen Euro (93).

Im vergangenen Jahr nahmen Förderkredite zur Finanzierung von erneuerbaren Energien mit einem Anteil von knapp 40 Prozent am Neugeschäft erneut den ersten Rang ein. Der Anstieg der Zusagen auf 2,5 Milliarden Euro (2,3) beruhe dabei in erster Linie auf der weiter kräftig gewachsenen Kreditnachfrage zur Finanzierung von Biogasanlagen. Dafür sagte die Rentenbank 1,5 Milliarden Euro (1,0) zu, 47 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Wachstum verzeichneten auch die Finanzierungen von Windkraftanlagen: Die Zusagen stiegen von 113 auf 272 Millionen Euro. Dagegen blieb die Nachfrage nach Fotovoltaikfinanzierungen mit 0,7 Milliarden Euro (1,2) deutlich unter Vorjahresniveau.

Innerhalb des Fördergeschäfts der Rentenbank standen 2011 Kredite zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen im ländlichen Raum an zweiter Stelle. Diese vor allem über Landesförderinstitute ausgelegten Finanzierungen wuchsen auf 1,8 Milliarden Euro (1,2). Danach folgten Förderkredite für Wirtschaftsgebäude in Höhe von 1,0 Milliarden Euro (1,1). Stärker nachgefragt wurden 2011 Förderkredite für Flächenkäufe und Maschinen. Die gesamten Zusagen für klassische landwirtschaftliche Finanzierungen gingen von 2,1 auf 1,7 Milliarden Euro zurück, da der Bedarf an Liquiditätshilfedarlehen aufgrund der günstigeren Rahmenbedingungen auf den Agrarmärkten deutlich niedriger war als im Vorjahr.

Der Zinsüberschuss (HGB) wuchs um 2,0 Prozent auf 417 Millionen Euro (409). Für das Geschäftsjahr 2011 rechnet der Vorstand nach Risikovorsorge und Reservebildung mit einem Jahresüberschuss (HGB) in Höhe von 49,0 Millionen Euro (47,0). Davon sollen 12,3 Millionen Euro (11,8) für Förderzwecke ausgeschüttet werden.

Die Bilanzsumme am Jahresultimo 2011 belief sich auf 81 Milliarden Euro (79). Laut Rentenbank werden die Eigenmittel in der HGB-Bilanz 2011 nach vorläufigen Zahlen insgesamt mit 3,6 Milliarden Euro (3,1) ausgewiesen. Dieser Betrag enthalte nachrangige Verbindlichkeiten in Höhe von 0,7 Milliarden Euro (0,8). Die zur Refinanzierung eingesetzten mittel- und langfristigen Fremdmittel beliefen sich am Bilanzstichtag auf 63 Milliarden Euro (59). (ts/rb)