Forsa-Studie: Wichtigkeit von Grünflächen gestiegen

Veröffentlichungsdatum:

Besonders junge Menschen und Familien mit kleinen Kindern zieht es vermehrt in die Parks, wie hier der Stadtpark in Nürnberg. Foto: andreas160578 / Pixabay

Der Stellenwert von Parks und Grünflächen ist in der Corona-Pandemie stark gestiegen, das geht aus einer aktuellen Forsa-Studie hervor, die von der BGL-Initiative „Grün in die Stadt“ in Auftrag gegeben wurde. Demnach habe nahezu die gesamte Stadtbevölkerung Parks und Grünflächen während der Krise vermehrt genutzt.

Junge Menschen und Familien zieht es vermehrt in Parks

Seit Beginn der Corona-Pandemie mussten Urlaubspläne und Freizeitaktivitäten stark eingeschränkt werden, beziehungsweise wurden diese reglementiert und teilweise gar verboten. Seitdem werden Grünanlagen für die Stadtbevölkerung laut der Ergebnisse der vorliegenden, repräsentativen Forsa-Umfrage immer wichtiger. Für rund die Hälfte (46 %) der Befragten habe die Bedeutung städtischer Grünanlagen seitdem zugenommen. Das gelte besonders für Personen unter 30 Jahren (58 %) und Familien mit Kindern unter zehn Jahren (53 %), die den Erholungswert öffentlicher Grünanlagen demnach zu schätzen gelernt haben. Mit der Bedeutungszunahme einher gehe eine erhöhte Nutzung, denn jeder Vierte suche Grünanlagen seit der Corona-Krise häufiger auf.

Nähe zur Grünanlage entscheidet über Häufigkeit der Nutzung

Im Vordergrund des Parkbesuchs stehe dabei die Erholung und Entspannung durch Spaziergänge und andere sportliche Aktivitäten in naturnaher Umgebung. Je kürzer der Weg zur jeweiligen Grünanlage ist, desto häufiger suchen die Befragten die Flächen auf. Ein Fußweg von unter fünf Minuten zum nächsten Park oder örtlichen Naherholungsgebiet ermöglicht eine mehrmalige wöchentliche Nutzung (53 %), sodass eine gute Erreichbarkeit den Aufenthalt im Grünen fördert.

Pflegezustand öffentlicher Grünflächen wird bemängelt

Mit dem Bedeutungsgewinn und der erhöhten Nutzung treten gleichzeitig aber auch die Schwachstellen zu Tage, die besonders im Pflegezustand öffentlicher Grünflächen bestehe. Hier treten sogar gravierende regionale Unterschiede auf, denn jeder Vierte im Osten der Republik (26 %) und jeder Fünfte aus Städten mit mehr als einer Million Einwohner (22 %) ist unzufrieden mit der Pflege der Parks. Darüber hinaus sehen die Befragten Verbesserungsbedarf im Angebot an Sitzmöglichkeiten (48 %) und bei der Ausstattung (31 %) wie Spielflächen und -geräte für Kinder, Wasserangeboten und Flächen für sportliche Aktivitäten. „Hier sind die Kommunen gefordert, Parks und Grünflächen attraktiv zu gestalten und zu pflegen. Nur so bieten die Grünanlagen den Menschen in den Städten einen echten Mehrwert – gerade in so schwierigen Zeiten wie in der aktuellen Corona-Pandemie. Das gilt insbesondere für die Stadtbewohner, die kein Eigenheim mit Garten besitzen“, so Jan Paul, Vizepräsident BGL. „Die letzten Monate haben bereits erahnen lassen, wie wichtig städtische Grünflächen für Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner sind. Die Ergebnisse der Marktforschung belegen dieses Gefühl nun mit echten Zahlen. Ein Grund mehr für Städte und Kommunen mehr in ihre Grünflächen zu investieren“, ergänzt Paul.

Cookie-Popup anzeigen