Grüne Branche

Forscher züchten teuerste Petersilie der Welt

Wissenschaftler der Universität Bonn und des Forschungszentrums Jülich haben Petersilie, Spinat und Pfefferminze mit einem Kilopreis von annähernd 50.000 Euro kultiviert. Was diese Kräuter zu Pomp und Prunk bringt, ist eine chemische Markierung mit dem schwereren Isotop 13C. 

Die Forscher wollen damit testen, ob die in den Pflanzen enthaltenen Flavonoide im Körper von Probanden tatsächlich die ihnen zugesprochene Schutzwirkung entfalten. In einer speziellen Klimakammer des Instituts für Pflanzenwissenschaften in Jülich können die Kräuter mit markiertem Kohlendioxid begast werden, das sie über die Fotosynthese aufnehmen und einbauen.

Aus einer Gasflasche strömt kontrolliert Kohlendioxid in die Klimakammer, das nicht den in der Atmosphäre überwiegend vorkommenden Kohlenstoff 12C, sondern das viel seltenere, schwerere Isotop 13C enthält. Der schwere Kohlenstoff hat in der Natur am Kohlenstoff nur einen Anteil von etwa einem Prozent. Daher kostet eine Flasche von dem gasförmigen Dünger rund 100.000 Euro.

Den Flavonoiden wird eine antioxidative Wirkung zugeschrieben, in Petersilie, Spinat und Pfefferminze liegen sie in vergleichsweise hohen Gehalten vor. Deshalb wollen die Wissenschaftler aus den schweren 13C-markierten Pflanzen die Flavonoide isolieren und Probanden in die Nahrung gemischt zum Verzehr verabreichen, um damit anhand von Blutproben den Verbleib der Flavonoide im Körper nachzuvollziehen. Aufgrund der beschränkten Mengen dürfen zunächst nur eine kleine Anzahl von Probanden die teuersten und schwersten Kräuter der Welt verzehren. (ts/fri)

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