Forschung zum Waldumbau auf gutem Weg

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Forstministerin Birgit Keller und Waldforscher Wolfgang Arenhövel beim Einpflanzen einer Weißtanne bei Qirla / Stadtroda. Foto: Horst Sproßmann

Ein Anbauversuch mit rumänischer Weißtanne soll die Eignung südosteuropäischer Herkünfte für den Thüringer Waldumbau klären. Der Waldumbau ist eine Antwort der Forstleute und Waldbesitzer auf die Auswirkungen des Klimawandels auf das „grüne Herz“ Deutschlands. Doch nicht nur der Umbau reiner Nadelholzbestände in klimastabile, ökologisch wertvolle Mischwälder mit Weißtanne, Buche, Eiche und andere  sei dabei eine große Herausforderung.

Auch die Wahl der richtigen regionalen Herkünfte der Baumarten ist von großer Tragweite. Im Beckertal bei Stadtroda baut die ThüringenForst-AöR deshalb seit 2016 auf etwa zwei Hektar rund 1.800 Weißtannen aus den Karpaten an. Ziel ist es, zu klären, welche Tannenherkünfte mit dem zukünftigen Klima in Thüringen am besten zurechtkommen. Forstministerin Birgit Keller besuchte die Versuchsfläche, die zu einem deutschlandweiten Langzeitstudie unter Leitung bayerischer Forstexperten gehört, und pflanzte einige junge Bäumchen nach.

Die Weißtanne ist ein Hoffnungsträger in Zeiten des Klimawandels
„Die Weißtanne spielt als stabilisierende Baumart beim Waldumbau eine herausragende Rolle. Ihr Anteil soll in den nächsten Jahrzehnten von unter 0,1 auf rund 5 % im Landeswald wachsen“, so Forstministerin Birgit Keller. Gegenüber der flachwurzelnden Fichte kann die Weißtanne deutlich tiefere Bodenschichten erschließen.

Damit ist sie weniger anfällig für Windwurf und kommt auch mit weniger Niederschlägen gut klar. Die Weißtanne besitzt ein der Fichte ähnliches, vielseitig verwendbares Holz, das in Thüringens Nadelholz-Sägewerken sehr gesucht ist. Aber Weißtanne ist nicht gleich Weißtanne. Rumänische Weißtannen sind heute schon genetisch an das Klima gewöhnt, dass Thüringen in den nächsten Jahrzehnten erwartet.

Der Anbauversuch, den für Thüringen das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha im Auftrag der ThüringenForst-AöR verantwortet, soll zeigen, ob und wie rumänische Weißtannen die aktuellen Anbaubedingungen im Freistaat ertragen. So etwa Spätfröste oder die teils sehr kalten Wintertemperaturen, die in ihrer Heimat so nicht auftreten. Eignet sich diese Weißtanne aus den Karpaten für Thüringen, so kann dortiges Saatgut in Thüringen künftig den Waldumbau unterstützen.

Ähnliche Versuche auch in anderen Bundesländern
Versuche mit verschiedenen Weißtannenherkünften werden unter der Koordinierung des Bayerischen Amts für forstliche Saat- und Pflanzenzucht auch in anderen Bundesländern durchgeführt, etwa in Hessen oder Baden-Württemberg. „ Die bundesweite langfristige Forschungsvernetzung macht Sinn, denn die Herausforderungen die der Klimawandel an den Wald stellt, erfordern anspruchsvolle Lösungen“, so die Ministerin abschließend.

Bislang zeigen sich die rumänischen Tännchen allerdings nahezu unbeeindruckt von den neuen Standortbegebenheiten bei Stadtroda. Nach einem Jahr ist das Ausfallprozent sehr gering, die Ministerin musste nur wenige Versuchsbäume nachpflanzen.



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