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Forschungsverbund testet Torfersatzstoffe

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Der Startschuss für den Forschungsverbund zur Entwicklung und Bewertung von torfreduzierten Produktionssystemen im Gartenbau (ToPGa) ist gefallen. Das vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) geförderte Projekt setzt sich aus Wissenschaftler:innen aus sieben Institutionen zusammen und will dem Gartenbau fachliche Lösungen anbieten, um den von der Politik vorgesehenen Umstieg auf torfreduzierte und torffreie Substrate zu erleichtern.

Petunien-Wurzeln in einem torfreduzierten Substrat; Foto: Marie-Friederike Ohmes/JKI

Politische Vorgaben bei Torfreduktion erfüllen

Im Forschungsverbund ToPGA arbeiten Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Fachgebieten zusammen, um dem Erwerbsgartenbau dabei behilflich zu sein, die von der Politik vorgesehenen Vorgaben zur Torfreduktion zu erfüllen. Dabei werden die Wirkungen torfreduzierter Substrate möglichst ganzheitlich und unter Einbezug aller Sparten des Gartenbaus untersucht, heißt es in einer Meldung von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die als Projektträger agiert. Der Torfanteil in Kultursubstraten solle demnach weniger als 50 Prozent betragen. Ein Teil des Konsortiums wird sich direkt mit der Entwicklung von Produktionssystemen und der Wirkung des Einsatzes torfreduzierter Substrate befassen. Dabei werden Interaktionen definierter Kultursubstrate und lokal verfügbare Torfersatzstoffe in verschiedenen Gartenbaukulturen (Johannisstrauch, Scheinzypresse, Beerenobst, Salat, Kohl, Basilikum, Alpenveilchen und Petunien) untersucht.

Gegenseitiger Informationsaustausch

Die Koordination der insgesamt neun Teilvorhaben übernimmt das Julius Kühn-Institut (JKI), welches am Standort Braunschweig die zentrale Koordinationsstelle des ToPGa-Verbund eingerichtet habe. „Indem verschiedene Problemfelder des Einsatzes torfreduzierter Substrate bearbeitet und im gegenseitigen Informationsaustausch fachübergreifende, aufeinander aufbauende Lösungsansätze entwickelt werden, hoffen wir, mit ToPGa zur Verringerung des Torfeinsatzes in allen Sparten des Gartenbaus beitragen zu können“, blickt Dr. Annmarie-Deetja Rohr, Koordinatorin am JKI, auf das Verbundvorhaben und die anstehenden Herausforderungen. Von den insgesamt neun ToPGa-Teilvorhaben werden gleich drei durch Institute des JKI selbst bearbeitet.

JKI bearbeitet drei Teilvorhaben

Dabei gehe es am JKI zum einen um mikrobielle Interaktionen und Humanpathogene in den Torfersatzstoffen, des Weiteren um mögliche Pflanzenkrankheiten und Schädlinge sowie deren Übertragungswege und drittens um den Anbau und die Eignung der Fasernessel als Torfersatzstoff. Als weitere Partner des ToPGa entwickelt man an der Leibniz Universität Hannover ein Prüfraster, mit dem sich potenzielle Torfersatzstoffe möglichst schnell charakterisieren lassen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist mit der Untersuchung des Stickstoffhaushalts beschäftigt. Erdpresstöpfe mit verringertem Volumen sowie Mischverhältnisse von Substratausgangsstoffen werden unter Praxisbedingungen getestet sowie aus betriebswirtschaftlicher Sicht sowie hinsichtlich der Ökobilanz bewertet.

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