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Freddie Mercury: Rätsel um letzte Ruhestätte

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Freddie Mercury gelangte als Sänger und Frontmann der Rockband Queen zu Weltberühmtheit, sein Werdegang ist derzeit im Film „Bohemian Rhapsody“ auf der Kinoleinwand zu sehen. Unklarheit herrscht dagegen über die letzte Ruhestätte des 1991 verstorbenen Musikers.

Der 1946 auf Sansibar geborene Freddie Mercury wurde als Frontmann und Sänger der Rockband Queen weltberühmt. Foto: Pixabay

Sansibar huldigt seinem musikalischen Sohn

Freddie Mercury wurde 1946 als erstes Kind des britischen Botschaftsangestellten Bomi Bulsara und seiner Frau Jer unter dem Namen Farrokh Bulsara in eine aus Indien stammende parsische Familie hinein in Sansibar Stadt geboren. Angeblich mehrere Häuser auf dem Inselarchipel vor der Küste Tansanias rühmen sich, seine Geburtsstätte zu sein. Der europäische Tourist ist zufrieden, wenn ihm eines davon gezeigt wird, und sei es auch noch so schlicht.

Ungleich erfolgreicher vermarket „Mercury‘s Restaurant und Bar“ am Hafen von Sansibar die Geschichte des äußerst musikalischen Sohnes der Stadt. Akustik (Musik) und Optik (jede Menge Fotos von Freddie Mercury im Inneren und in den Schaukästen neben dem Eingang) lassen keinen Zweifel, wem hier gehuldigt wird.

Mercury kehrt seiner Geburtsstadt den Rücken

Unruhige Zeiten waren das, als sich die Sansibarer am 10. Dezember 1963 erst die Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft erkämpften und wenig später, am 12. Januar 1964, in einer Revolution auch noch den danach herrschenden Sultan sowie die arabische und Hindu-Minderheit verjagten. Am 25. April 1964 vereinigte sich Sansibar mit dem damaligen Tanganjika zum heutigen Staat Tansania.

Im Zuge dieser Revolutionsunruhen verließ die Familie Bulsara die Insel. Bis zu seinem Aids-Tod 1991 kehrte Mercury nie wieder in seine Geburtsstadt zurück. Möglicherweise hielt ihn seine sexuelle Orientierung davon ab, denn Homosexualität ist auf der fast komplett muslimischen Insel verboten.

Unklarheit herrscht über Mercurys letzte Ruhestätte. Sicher ist nur, dass seine Leiche in London kremiert wurde. Seine Eltern sollen die Urne mit seiner Asche mitgenommen haben, um zu verhindern, dass sein Grab zu einer Gedenkstätte für trauernde Fans wird. Zu den Vermutungen über deren Verbleib gehört, dass sie in Montreux im Genfer See ausgestreut wurde. Dort steht auch ein Standbild des Queen-Sängers.

Gedenktafeln erinnern an Queen-Frontmann

Nur kurz währte das Gedenken auf dem Kensal Green Cemetery in Kensington. Vermutlich Mercurys langjährige offizielle Lebenspartnerin und Freundin Mary Austin ließ dort im Februar 2013 eine Gedenktafel errichten. Die Inschrift lautet: „In Loving Memory of Farrokh Bulsara 5. Sept. 1946 – 24. Nov. 1991“, und dann weiter auf Französisch: „Pour être toujours près de toi avec tout mon amour M“. Kurze Zeit später war die Tafel aber wieder verschwunden.

An Mercurys Wohnhaus in seinem Heimatort Feltham/Großbritannien erinnert eine Gedenktafel an den Ausnahmemusiker.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Artikel „Auf Sansibar: Versteckte und missachtete Gräber“, der in der Friedhofskultur Mai 2018 erschienen ist.