Freiwillige Selbstverpflichtung der Friedhofsgärtner zu Frühjahrspflanzung auf Gartenschauen

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Laut einer Mitteilung der Bundesgartenschau Schwerin 2009 unterwerfen sich die Mitglieder des Bundes Deutscher Friedhofsgärtner (BdF) jetzt einer freiwilligen Selbstverpflichtung hinsichtlich der Pflanzenverwendung. Gemäß einer neuen Richtlinie soll auf künftigen Gartenschauen nicht mehr alles gezeigt werden, was machbar ist. Es geht bei dieser Selbstverpflichtung speziell um die Frühjahrsbepflanzungen.

In einer Erklärung heißt es, in den vergangenen Jahren sei das käufliche Pflanzensortiment im Frühling stetig gewachsen. Vielfach wäre dies nicht auf "neue" Pflanzen zurückzuführen, sondern Ergebnis gärtnerischer Experimentierfreude mit Pflanzen unterschiedlichster Zuordnung.

Stauden und Gehölze, subtropische Kübelpflanzen, frühzeitig auf den Markt gebrachte Einjährige und Sommerblumen sowie die Fülle der auch auf Friedhöfen zu verwendenden Gruppenpflanzen stünden im nahtlosen Nebeneinander zwischen Frühling und Sommer.

Nach der genannten Erklärung soll nicht alles Machbare auch gepflanzt werden dürfen. Die von einer unsachgemäßen Pflanzenauswahl ausgehende Signalwirkung könne auf längere Sicht nicht gut sein.

Alle Aussteller künftiger Bundesgartenschauen, Internationalen Gartenschauen, aber auch die Aussteller auf Landesgartenschauen wurden daher zu sorgfältiger und verantwortlicher Pflanzenwahl aufgefordert. Die Gärtner dürften sich nicht willfährig ökonomischen Zwängen unterordnen.

Ergänzend sind in einem Papier des Arbeitskreises Pflanzen aufgelistet, die als Gewächse bei der Erstbepflanzung der Gräber auf den Gartenschauen nicht verwendet werden sollen.

Die Jury werde beim Grabbepflanzungs-Wettbewerb auf der Bundesgartenschau bei ungenügender Beachtung der Liste Punkte abziehen.

Bei der Sommer- und Herbstbepflanzung wäre die Pflanzenauswahl eher als im Frühjahr dem Gestaltungsspielraum des Ausstellers überlassen. Gleichwohl empfehle sich auch im Sommer und Herbst, die jahreszeitentypischen Pflanzen zu verwenden.

Josef Knostmann ergänzte im Gespräch mit der TASPO-Redaktion, fraglich bei den Frühjahrsbepflanzungen sei vor allem die Verwendung angetriebener Gehölze. Da seien Frostschäden zu befürchten. Auch komme es darauf an, die klimatischen Unterschiede zwischen wärmeren und kälteren Regionen zu beachten.

Nicht gemeint sei beispielsweise die Verwendung von Cyclamen bei den Herbstbepflanzungen. Cyclamen hätten sich bei Grabbepflanzungen im Herbst sehr bewährt und seien vielerorts bis Totensonntag noch sehr schön. In einem letzten Pflegegang könnten die Cyclamen dann durch Koniferenzweige ersetzt werden, damit das Grab den Winter über schön aussieht.

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