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Friedhöfe: gemeinsame Bestattung mit Bello & Mieze?

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Mensch und Tier gemeinsam beerdigen – das ist seit diesem Monat möglich. Allerdings bislang nur auf Humanfriedhöfen der Deutschen Friedhofsgesellschaft „Unser Hafen“, informiert der Bundesverband der Tierbestatter (BVT).

Tierbesitzer können sich seit Juni gemeinsam mit ihrem vierbeinigen Liebling beisetzen lassen. Foto: Gabriele Metz/Bundesverband der Tierbestatter

Gemeinsame Bestattung bislang auf zwei Friedhöfen

Aktuell haben demnach Friedhöfe in Essen und Braubach bei Koblenz eine Genehmigung erhalten. Einzige Einschränkung: Es muss sich um eine Urnenbeisetzung handeln. Die Kremierung von Mensch und Tier erfolgt den Angaben zufolge hierbei getrennt.

„In unserer modernen Gesellschaft, in der es immer mehr Single-Haushalte mit Tieren gibt, verändert sich die Beziehung zum Tier. Es hat längst den Status eines Sozialpartners, eines vollwertigen Familienmitgliedes. Deshalb ist es nur nachvollziehbar, wenn diese enge Verbindung auch über den Tod hinausgehen soll“, sagt dazu Ralf Hendrichs, zweiter Vorsitzender des BVT.

Gemeinsame Bestattung auch auf dem Tierfriedhof?

Seit drei Jahren läuft das durch den Tierbestatter initiierte Genehmigungsverfahren „Mensch und Tier“. Hiermit möchte er erreichen, auch auf dem von ihm betriebenen Tierfriedhof, dem Tierhimmel in Teltow, die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier vornehmen zu dürfen. Für die Gemeinschaftsgräber habe er einen separaten Bereich auf dem Gelände vorgesehen.

Dem entgegen steht laut BVT jedoch das Friedhofs- und Bestattungsrecht, nach dem Menschen nur auf Humanfriedhöfen beigesetzt werden dürfen. Nichtsdestotrotz hofft Hendrichs auf ein baldiges Okay, denn die Auslegung sei hier Ländersache.

BdF: Ja, aber nur auf Humanfriedhöfen

Der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) steht gemeinsamen Bestattungen von Mensch und Tier positiv gegenüber, sofern diese nicht auf einem Tierfriedhof, sondern einem Humanfriedhof erfolgen. Das gab der BdF auf Anfrage der TASPO an. „Die würdevolle Bestattung eines Menschen muss absoluten Vorrang haben. Unserer Meinung nach ist dies nur auf sogenannten Humanfriedhöfen möglich“, so die BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld.

Das neue Angebot, ein geliebtes verstorbenes Tier mit seinem Besitzer bestatten zu lassen, spiegele Entwicklungen unserer Gesellschaft wider, in der die Menschen immer älter werden. „Oft ist der Lebenspartner bereits seit vielen Jahren verstorben, und das Haustier hat eine wichtige Rolle eingenommen. Da ist es für viele Menschen sicherlich tröstlich zu wissen, dass man nach dem eigenen Tod mit dem Haustier in einem Grab wieder vereint sein kann.“

Mit gemeinsamer Bestattung neue Klientel erschließen

Die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier sei ebenfalls eine Möglichkeit, den Friedhof einer neuen Klientel zu erschließen. Darauf zugeschnittene Angebote seitens der Friedhofsgärtner seien dafür durchaus denkbar.

Und bei der Grabbepflanzung? „Da gibt es viele Möglichkeiten, auch für Gräber, in denen Menschen und Tiere gemeinsam bestattet sind. Unseren kreativen Friedhofsgärtnern vor Ort fällt da sicherlich eine Menge ein“, ist Ehlers-Ascherfeld überzeugt.