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Friedhof Bern: erstes Grabfeld für Buddhisten

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Als erste Stadt der Schweiz hat Bern auf dem Bremgartenfriedhof ein Grabfeld für Buddhisten eröffnet. Buddha-Garten heißt die neue Anlage, die derzeit zwei Urnenthemengräber in Form von Lotus-Blüten beinhaltet und für Buddhisten aller Nationalitäten und buddhistischen Richtungen offen steht.

Die beiden Urnengrabfelder im neuen Buddha-Garten sind in Form von Lotus-Blüten angelegt, „bewacht“ von einer steinernen Buddha-Statue. Foto: Stefan Maurer/Stadt Bern

Stadtgrün Bern pflegt Buddha-Garten

In jeder Lotus-Blüte werden 30 Grabsockel für Blumenschmuck und Kerzen sowie schmale Aluplatten mit den eingravierten Namen entlang der Beetränder gesetzt. Um das Bepflanzen und Pflegen des Grabfelds kümmert sich Stadtgrün Bern. Bepflanzt wurden die Lotus-Blüten im Buddha-Garten mit verschiedenen weißblühenden Pflanzen.

Auf dem Grabfeld steht ein großer Silberahorn, dessen Erscheinungsbild an den im Buddhismus wichtigen Bodhi-Baum erinnert. Darunter thront eine Buddha-Statue, die der Interkulturelle Buddhistische Verein aus Bern gespendet hat. Als Bodhi-Baum wird die in Asien heimische Pappelfeige (Ficus religiosa) bezeichnet. Unter solch einem Baum soll Buddha nach tagelanger Meditation erleuchtet worden sein.

Etwa 90 Prozent Urnenbeisetzungen in Bern

Rund 1.200 Bestattungen jährlich gibt es auf den drei städtischen Friedhöfen in Bern, davon etwa 90 Prozent Urnenbeisetzungen. Mit dem Buddha-Garten ermöglicht die Stadt Bern ihren Bürgern einen chancengleichen Zugang zu Dienstleistungen – unabhängig von Religion oder Herkunft, informiert die Stadtverwaltung. Dazu gehörten auch „würdige Räume für den Abschied von Verstorbenen und die angemessene Bestattung“.

Eine Abdankungsstelle für Hindus auf dem Bremgartenfriedhof  soll demnach bald folgen. Damit sollen in Bern künftig Angehörige aller fünf Weltreligionen einen geeigneten und würdigen Ort für die Abdankungsfeier, Erdbestattung oder Urnenbeisetzung ihrer Verstorbenen finden können.

Bis 2020 Bestattungen für alle fünf Weltreligionen

Der Berner Gemeinderat hat sich als Ziel gesetzt, bis 2020 allen Angehörigen der fünf Weltreligionen „bedürfnisgerechte Bestattungsarten“ anzubieten. Bisher schon konnten auf dem Bremgartenfriedhof neben Christen auch Angehörige des Islams ihren Glaubensbedürfnissen entsprechend bestattet werden. Für Muslime existiert ein nach Mekka ausgerichtetes Grabfeld (rund zwölf Bestattungen pro Jahr).

Für Juden besteht mit dem Jüdischen Friedhof Bern eine Begräbnisstätte. Von den 2.000 Grabplätzen sind bereits 90 Prozent belegt.

Bestattung auch ohne Religionszugehörigkeit

Hinduistische Abdankungen gibt es den Angaben zufolge rund 30 Mal pro Jahr in Bern. Da die Asche in einem Fluss bestattet wird, gibt es keine Erdbeisetzungen. Auch Menschen ohne Religionszugehörigkeit können auf den drei kommunalen Friedhöfen Berns bestattet werden, wie die Stadtverwaltung betont.